Stadler Rail soll 41 S-Bahn-Züge für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr liefern

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail soll den Zuschlag für 41 neue S-Bahn-Züge des Typs Flirt3 XL erhalten. Die Gremien des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) haben dies bereits beschlossen.


Die zuständigen Gremien des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) haben am 17. März 2016 entschieden, 41 neue S-Bahn-Züge von Stadler zu kaufen. Die neuen Fahrzeuge sollen auf den Linien S 2, S 3, S 9, S 28, RB 3, RB 40 und RB 41 zum Einsatz kommen.

Wie es in einer Pressemitteilung des VRR heißt, setzte sich Stadler in einem europaweiten Vergabeverfahren mit dem wirtschaftlichsten Angebot gegen drei andere Konkurrenten durch. Die Konstruktion und Produktion sowie die dazugehörige Wartung und Instandhaltung über den Zeitraum von 30 Jahren soll durch die Stadler Pankow GmbH erfolgen. Nach dem Beschluss muss nun eine zehntägige Einspruchsfrist eingehalten werden. Erst nach Ablauf dieser Frist erhält Stadler Pankow den formalen Zuschlag.

Auf Nachfrage von Bahnblogstelle verriet VRR-Pressesprecherin Sabine Tkatzik, dass es sich bei den neuen Zügen um Fahrzeuge des Typs Flirt 3XL handelt, die speziell auf die Bedürfnisse eines Ballungsraums zugeschnitten sind.

Bereits im letzten Jahr ist die Entscheidung für die Fahrzeuge zum Betrieb auf den S-Bahn-Linien S 1 und S 4 gefallen. Hierfür wurden 48 Fahrzeuge vom Typ ET 422 von der DB Regio AG gekauft. Es handelt sich dabei um die Fahrzeuge, die auf heutigen S-Bahn-Linien verkehren. DB Regio wird ebenfalls für mindestens 15 Jahre die Gebrauchtfahrzeuge instand halten, reparieren und permanent verfügbar halten. Alle Fahrzeuge werden dem künftigen Betreibern für den Betrieb der Linien bereitgestellt.

Die S-Bahn Rhein-Ruhr ab 2019

Wie bereits beim Rhein-Ruhr-Express (RRX) führt der VRR die Wettbewerbsverfahren zur Beschaffung und Instandhaltung der S-Bahn-Fahrzeuge getrennt von denen zum Betrieb der jeweiligen Linien durch. Die Vergabe der Betriebsleistungen für die ausgeschriebenen Linien im S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr fällt im Sommer 2016. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 wird dann nicht nur die neue Fahrzeugflotte in Betrieb genommen, sondern auch der bisherige Takt auf den stärker nachfrageorientierten 15/30-Minuten-Takt umgestellt. Damit verbessert sich die Betriebsqualität im S-Bahn-Netz deutlich. Vorgesehen ist, auf vielen S-Bahn-Relationen in der Hauptverkehrszeit einen 15-Minuten-Takt zu etablieren, der in der Nebenverkehrszeit auf einen 30-Minuten-Takt ausgedünnt wird. So können Reisezeiten verkürzt und Wegeketten verbessert werden, es entstehen neue Direktverbindungen und insbesondere die Nord-Süd-Verkehre in der Region werden gestärkt. Vorteile der S-Bahn Rhein-Ruhr ab 2019 sind:

  • Ausweitung 15-Minuten-Takt auf der zentralen Ruhrachse Essen-Dortmund (S 1)
  • Angebotsausweitung zum 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit zwischen Dortmund-Mengede und Dortmund Hbf (S 2) und zwischen Dortmund-Lüttgendortmund – Unna Königsborn (S 4)
  • Schnellere Verbindung Essen – Wuppertal (RB 41) und Dortmund Hbf – Herne – Gelsenkirchen – Duisburg (RB 3)
  • Neue Direktverbindungen Recklinghausen – Herten – Gladbeck – Bottrop – Essen – Wuppertal (Hertener Bahn)
  • Neue Direktverbindung Wesel – Dinslaken – Mülheim an der Ruhr – Essen –Wuppertal (RB 41)
  • Neue Direktverbindung Bottrop – Duisburg – Krefeld – Mönchengladbach (RB 33)

Letzte Aktualisierung: 18.03.2016, 12:09 Uhr

Advertisements