Flughafen BER: Probleme mit Brandschutz betreffen auch Bahnhof / DB erhält Entschädigung für Nichtnutzung

Bahnhof unter dem Terminal des Flughafens BER. (Foto: © S-Bahn Forum / Cmbln)
Bahnhof unter dem Terminal des Flughafens BER. (Foto: © S-Bahn Forum / Cmbln)
Bahnhof unter dem Terminal des Flughafens BER. (Foto: © S-Bahn Forum / Cmbln)

Weder beim Schallschutz für die Anwohner noch beim Brandschutz für den neuen Hauptstadtflughafen ist eineinhalb Jahre vor der geplanten Eröffnung ein Durchbruch in Sicht. Stattdessen gibt es laut Medienberichten neue Probleme. Darüber hinaus zahlt die Flughafengesellschaft offenbar eine millionenschwere Entschädigung an die DB.


Die Brandschutzprobleme beim Bahnhof unter dem Terminal des Hauptstadtflughafens sorgen weiter für Verzögerungen beim Bau des BER.

„Das ist definitiv ein heißes Thema“, sagte Airport-Chef Karsten Mühlenfeld am Montag in der Sitzung des brandenburgischen Flughafen-Ausschusses in Schönefeld. „Man hätte die Maßnahmen dafür schon vor Jahren festzurren müssen“, kritisierte er vor den Landtagsabgeordneten.

Nun müsse der Flughafen weitere Entrauchungs-Szenarien für die Schnittstelle zwischen Flughafen und Bahnhof vorlegen, um bei den Baugenehmigungen weiter zu kommen.

Die nächste Genehmigung sollte eigentlich bis Ende April erreicht werden, um den Flughafen wie geplant 2017 fertigstellen zu können. Doch die Bahn habe neue Anforderungen gestellt, sagte Mühlenfeld. Daher seien weitere Gespräche mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) und dem Bauordnungsamt notwendig, die kommende Woche starten sollen.

„Bei den anderen deutschen Flughäfen liegen die Bahnhöfe leicht versetzt, wenigstens 25 bis 80 Meter von den Flughäfen entfernt“, erläuterte der Vize-Aufsichtratschef des BER, Rainer Bretschneider.

In Schönefeld hingegen müssten beide Einheiten als ein Gebäude betrachtet werden – und der Zugverkehr habe Auswirkungen auf die Entrauchung der darüber liegenden Geschosse.

„Es besteht noch die Chance, bis Ende 2017 fertig zu werden“, sagte Bretschneider. „Aber das beinhaltet auch: Es bestehen deutliche Risiken.“

DB erhält millionenschwere Entschädigung für ungenutzten Bahnhof

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg und die Deutsche Bahn sollen ihren Streit über die Kosten des unterirdischen Bahnhofs am neuen Hauptstadtflughafen BER beigelegt haben. Das berichtet die „Bild am Sonntag“. Nach Informationen der Zeitung zahlt die Flughafengesellschaft einmalig rund fünf Millionen Euro für das Betreiben des ungenutzten Bahnhofs. Darauf hätten sich beide Unternehmen außergerichtlich geeinigt.

Streit gab es, weil der Deutschen Bahn durch die ständige Verschiebung der BER-Eröffnung Trassenentgelte entgangen sind. Zudem entstanden Kosten, da die DB seit Bestehen regelmäßig leere Züge durch den unterirdischen Bahnhof schicken muss, um Schimmelbildung zu verhindern.


(red)