DB Systemtechnik übernimmt Prüfprogramm für neue Intercity-Züge in Großbritannien

Neuer Hochgeschwindigkeitzug IEP in UK von Hersteller Hitachi Rail Europe. (Foto: © Hitachi Rail Europe)
Neuer Hochgeschwindigkeitzug IEP in UK von Hersteller Hitachi Rail Europe. (Foto: © Hitachi Rail Europe)
Neuer Hochgeschwindigkeitzug des Herstellers Hitachi Rail Europe. (Foto: © Hitachi Rail Europe)

DB Systemtechnik unterstützt den Zughersteller Hitachi Rail Europe bei der Prüfung und Zulassung von 122 Zügen des Typs Class 800 (bimodaler Antrieb) und Class 801 (Elektroantrieb) mit insgesamt 866 Wagen, die ab 2017 auf der britischen Great Western Main Line und ab 2018 auf der East Coast Main Line eingesetzt werden sollen.


Wie DB Systemtechnik mitteilt, wird das Unternehmen mit Unterstützung des Betreibers GB Railfreight mehrere erforderliche Prüfungen in Großbritannien teilweise parallel vornehmen, um die Einhaltung des engen Zeitplans zu ermöglichen und somit zu gewährleisten, dass die neuen IEP-Züge pünktlich in Betrieb gehen. Die Prüfung der neuen Intercity-Züge erfolgt in einer Testeinrichtung bei Melton Mowbray in Leicestershire und auf einem reservierten Streckenabschnitt der East Coast Main Line.

DB Systemtechnik hat bisher die Interaktion Fahrzeug/Fahrweg in fahrtechnischen Messungen geprüft sowie mittels Anhub- und Kontaktkraftmessungen nachgewiesen, dass die Stromabnehmer fehlerfrei mit den Oberleitungen interagieren. Die Prüfungen auf dem Netz erfolgten mit einem fünfteiligen Triebzug, einem neunteiligen Triebzug sowie zwei gekuppelten fünfteiligen bimodalen Triebzügen. Im April begann die nächste Phase, die Aerodynamik-, Druckkomfort- und Bremsprüfungen umfasst.

Unterstützt wird DB Systemtechnik dabei von ihrer britischen Tochtergesellschaft ESG Rail in Derby. ESG verfügt über einen Prüfstand für Gleitschutzvorrichtungen zur Ergänzung der Bremsprüfungen auf der Strecke. Des Weiteren hat ESG eine spezielle Übergangskupplung entwickelt, um die neuen IEP-Einheiten von den Docks in Southampton zur Teststrecke in Leicestershire zu schleppen.

Andy Rogers, IEP-Projektdirektor bei Hitachi Rail Europe, sagte zu diesem Auftrag: „Hitachi Rail Europe liefert mit diesem Projekt eine Flotte neuartiger Züge für die Great-Western- und East-Coast-Hauptstrecken in Großbritannien. Das InterCity-Express-Programm (IEP) ist ein 5,7 Mrd. £ schweres Investitionsprogramm der britischen Regierung und die Vorserienzüge durchlaufen ein rigoroses Abnahmeprüfprogramm mit Unterstützung von DB Systemtechnik und anderen Partnern. Die IEP-Flotte wird in unserem neuen, hoch modernen Fertigungswerk im Nordosten Englands gebaut. Hitachi ist für seine Termintreue bekannt und wir sind zuversichtlich, dass die IEP-Züge planmäßig in Betrieb gehen werden.“

Christoph Kirschinger, Geschäftsführer Vertrieb bei DB Systemtechnik, ergänzte: „Wir verfügen über weitreichende Erfahrung mit ähnlichen Prüfprogrammen in ganz Europa. Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Hitachi Rail Europe und die Ausweitung unserer Arbeit in Großbritannien.“

Hintergrund zum InterCity-Express-Programm (IEP)

Im Juli 2012 schloss Agility Trains West einen Vertrag für die erste Phase des InterCity-Express-Programms über die Lieferung von 57 neuen Zügen als Ersatz für die bisherigen Intercity 125 Züge auf der Great Western Main Line von London nach Reading, Bristol, Cardiff und Swansea. Die neuen Züge sollen laut Plan zwischen Mai 2017 und Juli 2018 in Betrieb gehen. Im Mai 2014 unterzeichnete Agility Trains East einen Vertrag für die zweite Phase des IEP. Sie umfasst die Bereitstellung von 65 neuen Zügen auf der East Coast Main Line von London nach Doncaster, Leeds, York, Newcastle, Edinburgh und Inverness, die laut Vertrag zwischen August 2018 und Februar 2020 in Betrieb gehen sollen. Die Züge vom Typ Class 800/801 werden im neuen Fertigungswerk von Hitachi in Newton Aycliffe im Nordosten Englands gebaut. Sie zeichnen sich durch mehr Kapazität und wesentlich höhere Zuverlässigkeit aus und bieten den Fahrgästen dank moderner Ausstattung, besserer Sitze und kürzerer Fahrzeiten ein besseres Reiseerlebnis.


(red/DB)