Wie vor 180 Jahren: Mit dem „Adler“ von Nürnberg nach Fürth

Ein Erlebnis für jeden Eisenbahn-Nostalgiker: Der Nachbau der ersten in Deutschland eingesetzten Dampflokomotive „Adler“ ist wieder auf Sonderfahrten zwischen Nürnberg und Fürth. (Foto: © Bahnblogstelle)
Ein Erlebnis für jeden Eisenbahn-Nostalgiker: Der Nachbau der ersten in Deutschland eingesetzten Dampflokomotive „Adler“ ist wieder auf Sonderfahrten zwischen Nürnberg und Fürth. (Foto: © Bahnblogstelle)

Vor etwas mehr als 180 Jahren, am 7. Dezember 1835, schrieb der „Adler“ wahre Eisenbahngeschichte. Als sich damals der erste kommerziell eingesetzte Dampfzug auf der sechs Kilometer langen Strecke zwischen Nürnberg und Fürth in Bewegung setzte, war ein zukunftsweisendes Mobilitätszeitalter angebrochen. Es war der Beginn der Eisenbahn in Deutschland.


Der Originalzug von 1835 existiert heute nicht mehr – er gilt als verschollen. Allerdings beherbergt das Nürnberger DB Museum eine originalgetreue Nachbildung der ersten deutschen Dampflokomotive im Maßstab 1:1. Diese ist in der Fahrzeughalle I des DB Museums Nürnberg zu besichtigen und steht direkt neben einem Modell des ICE 3.

Darüber hinaus gibt es aber noch einen zweiten Nachbau, eine fahrfähige Nachbildung, die durch die frühere Reichsbahn ab 1933 gebaut und zum 100-jährigen Bestehen der Deutschen Eisenbahn ab 1935 eingesetzt wurde. Nach einem Depotbrand wurde dieser Zug 2005 jedoch stark beschädigt. Eine Restauration im Dampflokwerk Meiningen in den Jahren 2006 und 2007 ließ den Adler-Nachbau dann in neuem Glanz erstrahlen. An wenigen ausgewählten Tagen kann der Zug mittlerweile auch wieder auf den echten Bahnstrecken bewundert werden. Allerdings will man diese Ausflüge sehr begrenzt halten.

„Die Fahrten mit dem Adler sollen etwas ganz Besonderes bleiben“, sagte ein Mitarbeiter im DB Museum. In diesem Jahr fährt der historische Zug anlässlich des 180-jährigen Jubiläums im vergangenen Dezember.

Ein paar der wenigen Fahrtermine, an denen der „Adler“ auf der Strecke zu erleben ist, fanden an diesem Wochenende statt. Der Zug von damals brauchte für die sechs Kilometer lange Strecke rund 14 Minuten. Da der „Adler“ für die heutigen Sonderfahrten einen längeren Weg zurücklegt, können die reservierten Fahrgäste gut 60 Minuten echte Eisenbahnromantik erleben. Die Fahrt führt dabei vom Nürnberger Hauptbahnhof über die Südhälfte der ehemaligen Ringbahn, via Nürnberg-Dutzendteich, Nürnberg-Langwasser, durch den Rangierbahnhof im Süden Nürnbergs und weiter westlich über Nürnberg-Großmarkt bis zum Fürther Hauptbahnhof.

Lagerschaden beendet Erlebnisfahrt vorzeitig

Als der Sonderzug (SDZ) 91340 heute Morgen um 10 Uhr am Gleis 7 bereitgestellt wurde, versammelten sich bereits zahlreiche Eisenbahnfans und Fotografen. Leider wurde die Erlebnisfahrt am Sonntagvormittag jedoch durch einen Defekt vorzeitig beendet. Wie einige Fahrgäste und Mitarbeiter des DB Museums verrieten, sei es an der Lokomotive zu einem Lagerschaden gekommen. Aus diesem Grund mussten die weiteren Fahrten für den Mittag und Nachmittag kurzfristig abgesagt werden. Ob es einen späteren Ersatztermin geben wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Alle Fahrgäste, die vom Ausfall der Fahrten betroffen waren, haben vor Ort eine Rückerstattung ihrer Reservierungskosten erhalten.

„Der Adler ist ja heute Morgen noch von Nürnberg nach Fürth gefahren“, sagten zwei Fahrgäste. „Leider trat dabei ein Schaden auf, hat man uns erzählt.“ Eine Rückfahrt zum Nürnberger Hauptbahnhof war nicht mehr möglich.

Weitere Fahrtermine im Juli

Bis zu den nächsten Fahrterminen in einigen Wochen wird die Maschine sicher wieder fit gemacht. Für den 2. und 3. sowie 23. und 24. Juli 2016 sind die nächsten Fahrten geplant. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des DB Museums Nürnberg.


Ein Video vom Reiseblog „Reise Blögle“


(red)

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