Ein Jahrhundertbauwerk geht in Betrieb: Gotthard-Basistunnel in der Schweiz feierlich eröffnet

Blick in den beleuchteten Gotthard-Basistunnel. (Foto: © SBB / KEYSTONE / Gian Vaitl)
Blick in den beleuchteten Gotthard-Basistunnel. (Foto: © SBB / KEYSTONE / Gian Vaitl)

Am heutigen Mittwoch, 1. Juni 2016, wurde der längste Eisenbahntunnel der Welt feierlich eröffnet. Die Aufnahme des fahrplanmäßigen Zugverkehrs wird am 11. Dezember 2016 erfolgen. Bis dahin werden in den kommenden Monaten noch zahlreiche Testfahrten durchgeführt.


Der nun feierlich eröffnete Gotthard-Basistunnel (GBT) in der Schweiz lässt Nord- und Südeuropa enger zusammenwachsen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte, dass der neue Tunnel Deutschland mit der Schweiz und Italien noch mehr als bisher verbinde.

„Dies ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man von Italien über die Schweiz noch viel besser die Rheinschiene hoch fahren kann bis in die Niederlande“, so Merkel. Die Eisenbahn werde viele Menschen und Kulturen näher zusammenbringen. Die Bundesrepublik sei durch die Eröffnung des Gotthardtunnels auch angespornt, den Ausbau der Rheintalstrecke schneller voranzubringen.

Neben Angela Merkel waren auch der schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann, der österreichische Bundeskanzler Christian Kern, der italienische Präsident Mario Renzi und der französische Staatspräsident François Hollande, sowie zahlreiche weitere geladene Gäste beim großen Eröffnungsfest anwesend.

17 Jahre Bauzeit, veranschlagte Kosten in Höhe von 12,2 Mrd. schweizer Franken (rund 11 Mrd. Euro) und Geschwindigkeiten bis 250 km/h. An der ingenieur- und bautechnischen Meisterleistung waren zu Spitzenzeiten 2.400 Arbeitskräfte beteiligt. Mit 57 Kilometern Länge ist der Gotthard-Basistunnel der längste Eisenbahntunnel und mit einer Überdeckung von bis zu 2.300 m auch der tiefstliegende Tunnel der Welt. Neben täglich 240 Güterzügen können auch 65 Personenzüge die Alpenregion per Tunnel durchqueren. Die ebene Strecke die rund 550 Meter über dem Meeresspiegel liegt, macht längere Züge mit mehr Gewicht, weniger Loks und kürzere Fahrtzeiten möglich. Zudem kommen auf der neuen Strecke keine klassischen Streckensignale mehr zum Einsatz. Für die Zugsicherung sorgt daher das standardisierte European Rail Traffic Management System (ERTMS)/European Train Control System (ETCS) in Kombination mit dem digitalen Zugfunksystem GSM-R. Der Lokführer erhält dabei über grafische Anzeigen im Führerraum seine Aufträge zum Fahren oder Halten sowie Geschwindigkeitsvorgaben.

Auf die heutige Feier folgt am 2. Juni das Fest der Projektbeteiligten, organisiert von der AlpTranist Gotthard, und am 3. Juni die Fahrt des ersten Güterzugs durch den Tunnel. Am Wochenende vom 4./5. ist unter Federführung der SBB die Bevölkerung zum Publikumsfest an den beiden Portalen eingeladen.


(red/AlpTransit)

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