BEG und DB Regio Franken besiegeln Verkehrsdurchführungsvertrag für das „Dieselnetz Nürnberg“

Johann Niggl, Geschäftsführer Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), und Hansrüdiger Fritz, Vorsitzender DB Regio Bayern, unterzeichnen den Vertrag. (Foto: © DB AG)
Johann Niggl, Geschäftsführer Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), und Hansrüdiger Fritz, Vorsitzender DB Regio Bayern, unterzeichnen den Vertrag. (Foto: © DB AG)

Die BEG und DB Regio Franken haben am Dienstag den Verkehrsdurchführungsvertrag für das Dieselnetz Nürnberg besiegelt.


DB Regio Franken wird ab Juni 2019 die Regionalverkehre auf folgenden Strecken weiter betreiben:

  • Nürnberg – Fürth – Siegelsdorf – Markt Erlbach
  • Nürnberg – Fürth – Siegelsdorf – Neustadt (Aisch) – Markt Bibart (einzelne Züge)
  • Fürth – Cadolzburg
  • Neustadt (Aisch) – Bad Windsheim – Steinach (b. Rothenburg o. d. Tauber)
  • Steinach (b. Rothenburg o. d. Tauber) – Rothenburg o. d. Tauber
  • Nürnberg Nordost – Gräfenberg
  • Nürnberg – Lauf (r. Pegnitz) – Neunkirchen a. Sand – Neuhaus
  • Nürnberg – Lauf (r. Pegnitz) – Neunkirchen a. Sand – Simmelsdorf-Hüttenbach

Weitere Strecken:

  • Roth – Hilpoltstein
  • Pleinfeld – Gunzenhausen
  • Wicklesgreuth – Windsbach

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte der DB Regio Franken nach einer europaweiten öffentlichen Ausschreibung am 04.01.2016 den endgültigen Zuschlag erteilt. Die Betriebsaufnahme erfolgt am 09.06.2019, der Vertrag läuft bis zum 14.06.2031. Der Umfang beträgt etwa 3,3 Millionen Zug­kilometer pro Jahr. Der Geschäftsführer der BEG, Johann Niggl, und der Vorsitzende der Regionalleitung der DB Regio Bayern, Hansrüdiger Fritz, haben am Dienstag das künftige Betriebskonzept vorgestellt und den Verkehrs­durchführungsvertrag mit ihrer Unterschrift besiegelt.

Das Dieselnetz Nürnberg ist ein wesentliches Standbein des Schienenpersonen­nahverkehrs im mittelfränkischen Ballungsraum.

„Seit 2008 betreibt DB Regio Franken unter der Markenbezeichnung „Mittelfrankenbahn“ dieses Netz und konnte mit neuen Fahrzeugen, einem von der BEG ausgeweiteten Angebot und zudem schon bald mit einer überdurchschnittlichen Betriebsqualität punkten“, stellt Niggl fest.

Künftig werden die Linien Roth – Hilpoltstein, Pleinfeld – Gunzenhausen und Wicklesgreuth – Windsbach zusätzlich in das Dieselnetz Nürnberg integriert; die elektrisch betriebene Linie Nürnberg – Neustadt (Aisch) (–Markt Bibart) wird bis auf einzelne Züge aus dem Netz herausgenommen.

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Streckenkarte Dieselnetz Nürnberg (Quelle: BEG)

Betriebskonzept weitgehend unverändert

„Mit der Neuvergabe sichern wir das bewährte Betriebskonzept“, erklärt Niggl.

Um jedoch dem neugeordneten Fahrplan zwischen Nürnberg und Bayreuth/Hof Rechnung zu tragen, hatte die BEG das Angebot auf den Strecken von Nürnberg nach Neuhaus und Simmelsdorf-Hüttenbach bereits zum 13. Dezember 2015 angepasst. Hierdurch ergaben sich z. T. deutlich verbesserte Anschlüsse, sowohl im Expressnetz als auch im Dieselnetz Nürnberg. Dieses Angebot wird mit der Inbetriebnahme des Dieselnetzes Nürnberg im Juni 2019 mit einer geringfügigen Leistungsausweitung weitergeführt. Sobald die Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen ein tragfähiges Infrastrukturkonzept vorlegen können, beabsichtigt der Freistaat Bayern, auch auf der Strecke Gunzenhausen – Wassertrüdingen Verkehrsleistungen im Takt zu bestellen. Dazu werden die Züge, die bislang nur zwischen Pleinfeld und Gunzenhausen pendeln, bis zum Fuße des Hesselbergs nach Wassertrüdingen durchgebunden.

Barrierefreiheit im Fokus

Wie Bahnblogstelle bereits am 8. April 2016 berichtete, wird DB Regio Franken neben 36 bisher bewährten Triebzügen LINT 41 (VT 648) und Desiro (VT 642) auch acht größere Neufahrzeuge des Typs LINT 54 (VT 622) von Alstom mit 170 Sitzplätzen einsetzen. Die älteren Fahrzeuge werden aber vor dem Betriebsstart einem aufwändigen Redesign unterzogen. Dabei werden vor allem die Innenbereiche der Gebrauchtfahrzeuge mit den jeweils rund 130 Sitzen generalüberholt. Alle eingesetzten Fahrzeuge bieten dann einen Anteil von über 50 Prozent bei der vis-à-vis Bestuhlung und sorgen somit für großzügigere Sitzplatzverhältnisse. Daneben werden alle Fahrzeuge mit großen Displays in den Einstiegsbereichen ausgestattet, die Reisendeninformationen in Echtzeit enthalten. Die Motoren der Fahrzeuge erfüllen alle modernen, umwelt – und energiesparenden Ansprüche. Selbstverständlich entsprechen die Fahrzeuge den heutigen Standards der Barrierefreiheit und sind alle mit behindertengerechtem WC sowie mit Einstiegshilfen für Rollstuhlfahrer ausgestattet. Daneben haben die LINT 41 Spaltüberbrückungen zwischen Fahrzeug und Bahnsteig auf Fußbodenniveau und die neuen LINT 54 ausfahrbare Trittstufen, um bei niedrigen Bahnsteigen das Einsteigen zu erleichtern.

„Wir freuen uns sehr, mit diesem fortschrittlichen Fahrzeugkonzept unseren Fahrgästen für weitere 12 Jahre ein qualitativ hochwertiges Angebot im Nürnberger Umland anbieten zu dürfen“, so Hansrüdiger Fritz, Vorsitzender der Regionalleitung der DB Regio Bayern.

Hohe Qualitätsanforderungen

Um den Fahrgästen einen hohen Komfort und umfangreichen Service zu bieten, gelten hohe Anforderungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschlusssicherung, Störfall­management, Sitzplatzkapazitäten, Sauberkeit und Serviceorientierung. Zwingend ist auch das Einspeisen von Echtzeitdaten in das „durchgängige elektronische Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungssystem“ (DEFAS) der BEG. Die Auskünfte werden im BEG-eigenen Auskunftsportal, dem Bayern-Fahrplan – sowohl auf http://www.bayern-fahrplan.de als auch in der Bayern-Fahrplan-App – als Fahrgastinformationen zur Verfügung gestellt. Des Weiteren muss DB Regio am Qualitätsmesssystem der BEG teilnehmen. Damit prüft die Bayerische Eisenbahngesellschaft die Sauberkeit, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Fahrgastinformation im Zug, die Servicequalität des Sicherheitspersonals und die Kundenorientierung bei Beschwerden.


(red)