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Bedienkonzept für die Aus- und Neubaustrecke Nürnberg-Erfurt vorgestellt

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ICE T auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke. (Foto: © Bahnblogstelle)

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) und DB-Vorstand Berthold Huber haben am Freitag das Bedienkonzept für die Aus- und Neubaustrecke Nürnberg – Erfurt, die ab Ende 2017 in Betrieb geht, vorgestellt.


Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann und Berthold Huber, Verkehrs- und Transportvorstand der Deutschen Bahn AG, haben sich auf eine bessere Bahnanbindung der Region Coburg geeinigt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Coburger Rathaus verkündete Huber, dass die Deutsche Bahn bereits ab Ende 2017 pro Werktag jeweils sechs ICE-Züge über Coburg und damit schnelle Direktverbindungen von dort nach Berlin und München bieten wird.

Mit der neuen Schnellfahrstrecke zwischen Erfurt und Ebensfeld verkürzt sich die Reisezeit von Coburg nach Berlin um zwei Stunden auf zukünftig zweieinhalb Stunden. Auch Richtung München werden künftig Reisezeiten von knapp über zwei Stunden möglich. Coburg wird der einzige Unterwegshalt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Bamberg und Erfurt sein.

Neben der Fernverkehrsanbindung wird auch der Regionalverkehr im nördlichen und westlichen Oberfranken verbessert, verrät Bayerns Verkehrsminister.

„Wir wollen die Region Coburg/Südthüringen besser an das deutsche Fernverkehrsnetz anbinden. Deshalb wird es ab dem Fahrplanwechsel Ende 2017 alle zwei Stunden einen schnellen Expresszug zwischen Sonneberg und Nürnberg geben. Dieser verbindet in Zukunft die Region mit Bamberg und den Großstädten im Ballungsraum Nürnberg – also dorthin, wohin die meisten Verkehrsbeziehungen bestehen“, so Herrmann.

„Dreimal am Tag direkt nach Berlin oder nach München: Das sind in Sachen Reisezeit und Anbindung ans Hochgeschwindigkeitsnetz echte Verbesserungen“, sagt Berthold Huber, DB-Vorstand Verkehr und Transport. „Die Integration dieser sechs ICE-Halte stellt einen guten Kompromiss dar. So wird den Bedürfnissen der Coburger nach einer hochwertigen Schienenanbindung Rechnung getragen. Gleichzeitig wird im Interesse aller Bahnreisenden ein bundesweiter Fahrplan mit optimalen Anschlüssen gewährleistet. Das gute Gesamtpaket für Coburg wird vor allem durch die attraktiven zusätzlichen Nahverkehre komplettiert. Dafür danke ich dem Freistaat Bayern ausdrücklich“, so Huber.

Wie Bayerns Verkehrsminister berichtet, sollen die Fahrzeiten von und nach Coburg stark reduziert werden. Das gelingt durch die Einführung einer Regionalexpress-Linie, die zukünftig auf der Strecke fahren soll.

Herrmann: „Bis Bamberg halbiert sich der Zeitaufwand nahezu, künftig sind es rund 20 statt 40 Minuten. Bis Nürnberg spart man sich in Zukunft eine halbe Stunde und schafft es in rund 70 Minuten. Und wer aus Kostengründen mit dem Bayern-Ticket nach München und zurück fahren will, hat durch günstige Anschlüsse künftig über zwei Stunden mehr Zeit in der Landeshauptstadt.“

Durch die neue Regionalexpress-Linie könne man zwischen Nürnberg und Bamberg pro Richtung mindestens vier weitere Regionalexpressabfahrten anbieten. Für Bamberg und Forchheim, Erlangen und Fürth bedeute das einen noch dichteren Takt. Auch eine Steigerung der Platzangebote führe laut Herrmann zu mehr Qualität auf dem stark gefragten Abschnitt in Nordbayern. Weiter werde auch die Frankenwald-Region von dem neuen Konzept profitieren.

„Reisende aus dem Raum Kronach und Lichtenfels erhalten in Bamberg über die Regionalbahn aus Saalfeld Anschluss an die schnellen Coburg-Nürnberg-Expresszüge und haben künftig mehr Möglichkeiten, mit dem Regionalverkehr schnell in den Ballungsraum Nürnberg zu gelangen“, so Herrmann.

Dem Minister ist es ein wichtiges Anliegen, dass trotz enger Finanzlage bei den Regionalisierungs­mitteln dieses Premium-Angebot für das westliche und nördliche Oberfran­ken realisiert werden kann.

Das zusätzliche Regionalexpress-Angebot, das vorerst bis Ende 2023 angeboten wird, wird von der DB Regio gefahren, das als einziges Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Auftrag geboten hat. Sie setzt hierfür klimatisierte Doppelstockfahrzeuge mit barrierefreien Einstieg ein, die die technischen Voraussetzungen für den Einsatz auf der Aus- und Neubaustrecke erfüllen wie beispielsweise Drucktauglichkeit und Ausrüstung mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS. Die Züge haben eine Transportkapazität von über 530 Personen.

Minister Herrmann und DB-Vorstand Huber dankten in diesem Zusammenhang Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dafür, dass er einer Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf Teilen der Aus- und Neubaustrecke auf 250 km/h zugestimmt hat, damit die Regionalexpress-Züge mit Tempo 160 km/h verkehren und die angestrebten Zeitgewinne realisieren können. Aus Sicherheitsgründen dürfen die ICE- und RE-Züge bei Begegnungen in der Summe nicht mehr als 410 km/h fahren.


(red)

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