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Länderbahn erhält Zuschlag im Verga­be­ver­fahren „IR 25 Übergang“

"alex"-Logo auf einem Reisezugwagen der Länderbahn. (Foto: © Bahnblogstelle)

„alex“-Logo auf einem Reisezugwagen der Länderbahn. (Foto: © Bahnblogstelle)

Die BEG vergibt den Übergangsvertrag für Verkehre auf den Strecken München–Lindau/Oberstdorf und München–Hof/Furth im Wald an die Länderbahn. Der Vertrag beginnt im Dezember 2017. Das bestehende Fahrplankonzept auf dem südlichen Abschnitt München–Lindau/Oberstdorf wird bis zur Fertigstellung der Elektrifizierung der Strecke Geltendorf–Lindau fortgeführt.


Die Länderbahn GmbH DLB soll auch künftig die unter dem Marken­namen „alex“ bekannten Regio­nal­verkehre auf folgenden Linien betreiben:

Los Nord:

  • München Hbf – Regensburg Hbf – Schwandorf – Hof Hbf
  • München Hbf – Regensburg Hbf – Schwandorf – Furth im Wald

Die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG) plant, finan­ziert und kontrol­liert den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Daher kann sie die Leistungen im Los Nord nur bis zur Landes­grenze, d. h. bis Furth im Wald vergeben. Derzeit fehlt noch die endgültige Entscheidung auf tsche­chi­scher Seite, die Züge von und nach Furth im Wald bis Prag zu verlängern.

Los Süd:

  • München Hbf – Kempten (Allgäu) Hbf – Immenstadt – Lindau Hbf
  • München Hbf – Kempten (Allgäu) Hbf – Immenstadt – Oberstdorf

Die BEG hatte die Verkehrs­leis­tungen für den sogenannten „IR 25 Übergang“ europaweit ausge­schrieben. Es handelte sich hierbei um eine freihändige Vergabe mit vorge­schal­tetem Inter­es­sens­­be­kun­dungs­­­ver­fahren. Wie bei der öffent­lichen Ausschreibung konnten sich alle inter­es­sierten Eisen­bahn­ver­kehrs­­un­ter­nehmen um die zu verge­bende Verkehrs­­­leistung bewerben. Der Leistungs­umfang beträgt im Los Nord etwa 2,77 und im Los Süd etwa 1,65 Millionen Zugki­lo­meter pro Jahr. Der Übergangs­vertrag beginnt im Dezember 2017 und läuft für das Los Nord bis Dezember 2022 und für das Los Süd bis Dezember 2020.

Der dreijährige Übergangs­vertrag für das Los Süd ist notwendig, weil der bisherige Vertrag im Dezember 2017 ausläuft und sich das Angebot nach der Elektri­fi­zierung der Strecke Geltendorf – Lindau deutlich ändern wird. Mit Ende des Übergangs­ver­trages werden die im Los Süd enthal­tenen Verkehre in das „Dieselnetz Allgäu“ übergehen. Da die mittel­fristig geplante Elektri­fi­zierung der Strecken Regensburg – Hof und Regensburg – Furth im Wald die Anschaffung von Neufahr­zeugen erfordert, wird bis zu diesem Zeitpunkt im Los Nord ebenfalls ein Übergangs­konzept mit vorhan­denen Gebraucht­fahr­zeugen gefahren.

Verbessertes Angebot auf dem Nordabschnitt München – Hof/Furth im Wald

Das Angebots­konzept für den Nordab­schnitt sorgt vor allem für eine Verbes­serung des durch­ge­henden Verkehrs von München über Regensburg und Weiden nach Hof und Furth im Wald. Grund­sätzlich verkehren die Züge nach Hof und nach Furth im Wald im Zweistun­dentakt auf der Strecke München – Schwandorf vereinigt. Damit kann die in diesem Abschnitt höhere Fahrgast­nach­frage optimal bedient werden.

Die Anzahl der Zugver­bin­dungen zwischen München und Furth im Wald wird im Rahmen dieses Flügelzug-Konzepts von derzeit vier auf künftig sieben Zugpaare am Tag ausgebaut. Nur bei der ersten Frühver­bindung nach Furth im Wald ist voraus­sichtlich ein Umsteigen am selben Bahnsteig in Schwandorf erfor­derlich. Durch die Bedienung von Cham und Furth im Wald erhält der Landkreis Cham syste­ma­tische zweistünd­liche Direkt­ver­bin­dungen nach Regensburg, Landshut, Freising und München.

Von München nach Weiden und nach Markt­redwitz bietet der neue Fahrplan neun, nach Hof acht statt heute sechs Direkt­ver­bin­dungen je Werktag. Das heute noch zeitweise Umsteigen zwischen der Landes­haupt­stadt, nördlicher Oberpfalz und Ostober­franken entfällt dann. Die Reise­zeiten bleiben mit rund dreieinhalb Stunden bis Hof im Wesent­lichen unver­ändert. Zwischen München und Regensburg sind Reisende im Zweistun­dentakt mit Zwischen­halten in Freising, Landshut und Neufahrn (Nieder­bayern) künftig rund fünf Minuten schneller unterwegs.

Eine neue Frühver­bindung gibt es gegen 4 Uhr von Schwandorf nach Regensburg und München. Abends können Fahrgäste noch um 22:44 Uhr und damit eine Stunde später als bislang von München nach Schwandorf zurück reisen (Unter­wegs­halte in beiden Richtungen auch in Regen­stauf und Maxhütte-Haidhof).

Gleichbleibendes Angebot auf dem Südabschnitt München – Lindau/Oberstdorf

Das Fahrplan­konzept des Alex zwischen München, Oberstdorf und Lindau bleibt weitest­gehend unver­ändert. Der Fahrplan wird nur am Samstag bei den jeweils ersten Fahrten von Kempten nach München sowie von München nach Lindau und Oberstdorf angepasst, sodass diese künftig im regulären Takt verkehren.

Teilweise modernere Fahrzeuge

Das Fahrzeug­konzept gleicht im Wesent­lichen dem Status quo. Aller­dings wird die Länderbahn einige ältere Wagen durch moderne klima­ti­sierte Wagen in Intercity-Qualität ersetzen. Es wird weiterhin kleine Speisen und Getränke an Bord geben. In den Zügen bzw. Zugteilen nach Furth im Wald wird jeweils ein Bistro mitge­führt, in den übrigen Zügen werden die Fahrgäste durch mobiles Catering am Platz bedient.

Hohe Qualitätsanforderungen

Um den Fahrgästen einen hohen Komfort und umfang­reichen Service zu bieten, gelten hohe Anfor­de­rungen hinsichtlich Pünkt­lichkeit und Anschluss­si­cherung, Störfall­ma­na­gement, Sitzplatz­ka­pa­zi­täten, Sauberkeit und Service­ori­en­tierung. Alle Züge werden mit mindestens einem Zugbe­gleiter besetzt. Auf den stark frequen­tierten Strecken­ab­schnitten von München bis Schwandorf und von München nach Kempten werden die Züge jeweils mit zwei Zugbe­gleitern besetzt sein. Durch den Einsatz zusätz­licher Wagen verbessert sich die Platz­ka­pa­zität bei vielen Zügen des Berufs-, Ausflugs- und Woche­n­end­pendler-Verkehrs. Die Länderbahn muss am Quali­täts­mess­system der BEG teilnehmen. Damit prüft die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft die Sauberkeit der Züge, die Funkti­ons­fä­higkeit der Ausstattung, die Fahrgast­in­for­mation im Zug, die Kompetenz und Service­ori­en­tierung der Zugbe­gleiter sowie die Kunde­n­ori­en­tierung bei Beschwerden.

Fahrgäste erhalten wie bisher in den Zügen Fahrscheine ohne Aufpreis. Als beson­derer Service können zumindest zwischen Cham und Furth im Wald Fahrkarten auch in tsche­chi­schen Kronen bezahlt werden. Fahrscheine werden an ausge­wählten Orten auch im perso­nen­be­dienten Verkauf und aus statio­nären Fahraus­weis­au­to­maten angeboten. Die Bestellung von Fahrscheinen ist auch über die telefo­nische DLB-Hotline möglich.

Abwei­chungen von den vertraglich verein­barten Leistungen werden durch Entgelt­min­de­rungen bestraft. Mit einem eigenen Pünkt­lich­keits- und Quali­täts­mess­system erhebt die BEG die notwen­digen Daten und veröf­fent­licht sie mindestens jährlich.

Kostenfreier Internetzugang und verbesserte Fahrgastinformation

Mit Start des Übergangs­ver­trags wird die Länderbahn ab Ende 2017 – voraus­sichtlich erstmals im bayeri­schen SPNV – die einge­setzten Fahrzeuge mit WLAN-Routern ausstatten, die einen kosten­freien und kabel­losen Inter­net­zugang ermög­lichen. Die Router verfügen jeweils über mehrere SIM-Karten, sodass nicht nur auf bayeri­scher und tsche­chi­scher Seite Inter­net­zu­griff besteht, sondern beste­hende Lücken in der Netzab­de­ckung einzelner Anbieter auch bestmöglich aufge­fangen werden. Das WLAN-Angebot soll mit einem digitalen Fahrgast-Portal verknüpft werden, dem die Reisenden unter anderem Infor­ma­tionen zu ihrer Fahrt, ihrem Zug, zu touris­ti­schen Desti­na­tionen entlang der Strecke sowie Fahrpla­naus­künfte entnehmen können.

Zusätzlich werden die Reisenden von einer verbes­serten Fahrgast­in­for­mation im Zug profi­tieren: Alle Fahrzeuge erhalten künftig zwei LED-Displays sowie mindestens zwei ca. 20 Zoll große TFT-Monitore pro Wagen. Auf Letzteren werden neben einer Halte­stellen-Perlschnur unter anderem Ankunfts- und Abfahrts­zeiten sowie Anschluss­in­for­ma­tionen zum SPNV und zu ausge­wählten Buslinien in Echtzeit angezeigt.


(red/BEG)

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