Verkehrsvertrag für das Dieselnetz Sachsen-Anhalt unterzeichnet

Symbolbild: Alstom Coradia LINT 41. (Foto: © Abellio)
Symbolbild: Alstom Coradia LINT 41. (Foto: © Abellio)

Sachsen-Anhalt, der Freistaat Thüringen und der Zweckverband Großraum Braunschweig haben den Verkehrsvertrag mit der Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH zum Start ab Dezember 2018 unterzeichnet.


In Aschersleben unterzeichneten Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel, die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller, der Vorsitzender der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB) Detlef Tanke, und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH Dirk Ballerstein den Vertrag über den Betrieb des Dieselnetzes Sachsen-Anhalt (DISA). Von Dezember 2018 an wird Abellio das 853 km große Netz für 14 Jahre betreiben.

„Wir drehen hier ein großes Rad. Der Vertrag umfasst nahezu alle dieselbetriebenen Strecken im Land Sachsen-Anhalt. Das Netz reicht von der Altmark im Norden bis zur Unstrutbahn im Süden. Es erschließt im Westen den Harz und führt im Osten bis nach Dessau. Landauf, landab werden die neuen, komfortablen Fahrzeuge in allen Regionen unterwegs sein und auf Jahre das Gesicht des Eisenbahnnahverkehrs in Sachsen-Anhalt mit prägen“, sagte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel.

Sechs der 13 Linien des Dieselnetzes Sachsen-Anhalt fahren über die Landesgrenzen Sachsen-Anhalts hinaus in andere Bundesländer, so auch in die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt.

„Durch den Dieselnetz-Vertrag für Thüringen wird eine attraktive Nahverkehrsverbindung zu unserem Nachbarland Sachsen-Anhalt geschaffen. Besonders profitieren wird der Nordthüringer Raum, für den gleichzeitig ein schneller Anschluss an den ICE-Knoten Thüringen in Erfurt hergestellt wird“, erklärte die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller.

Auch die niedersächsischen Städte Goslar und Wolfsburg sind von Halle, Magdeburg und Stendal aus angebunden.

Detlef Tanke, Vorsitzender der Verbandsversammlung des ZGB,  sagte: „Wir freuen uns, dass durch das neue Dieselnetz Sachsen-Anhalt auch das Verbandsgebiet des ZGB deutlich profitiert und die länderübergreifenden Schienenverkehre im Nordharz gerade die Bürgerinnen und Bürger aus weiten Teilen des Harzes noch besser miteinander verbindet. Für uns sehr wichtige Strecken sind die zwischen der VW-Stadt Wolfsburg und dem Land Sachsen-Anhalt, denn zahlreiche Pendler sind hier täglich auf attraktive Bahnverbindungen angewiesen.“

Am Wochenende gibt es zudem durchgehende Verbindungen von Thale bzw. Goslar – Wernigerode über Magdeburg und Potsdam bis in die Bundeshauptstadt Berlin.

Das Dieselnetz Sachsen-Anhalt ist in Halle und Sangerhausen mit dem Elektronetz Saale-Thüringen-Südharz (STS) verknüpft, das Abellio bereits seit Dezember 2015 betreibt.

Dazu Dirk Ballerstein, Vorsitzender der Geschäftsführung von Abellio Rail Mitteldeutschland: „Von unseren Kunden im STS-Netz bekommen wir großen Zuspruch, was die Qualität unserer Fahrzeuge und unseren Service betrifft. Wir werden alles dafür tun, dass sich unsere künftigen DISA-Fahrgäste genauso wohlfühlen werden.“

Darüber hinaus bietet sich Abellio auch als Arbeitgeber für Mitarbeiter an, die bei den jetzigen Linien-Betreibern tätig sind.

„Für den Betrieb des Dieselnetzes Sachsen-Anhalt suchen wir qualifiziertes und erfahrenes Personal. Was liegt da näher, als auf Mitarbeiter zurückzugreifen, die Streckennetz, Fahrgäste und alle Prozesse bereits kennen?“ so Ballerstein.

So können sich Beschäftigte der heutigen Betreiber bereits jetzt bei Abellio bewerben und erhalten bei Eignung einen Vorvertrag für eine künftige Übernahme.

Vertragsunterzeichnung zum Dieselnetz Sachsen-Anhalt. (Foto: © Abellio)
Nach der Vertragsunterzeichnung. (Foto: © Abellio)

Wochentags werden im Dieselnetz Sachsen-Anhalt 387 Fahrten durchgeführt. Dafür hat Abellio bei Alstom 52 zweiteilige Dieseltriebwagen vom Typ Coradia Lint 41 bestellt. Die verbrauchsarmen Dieseltriebzüge, die eine Geschwindigkeit von 140 km/h erreichen, verfügen über 110 Sitzplätze und sind auch für mobilitätseingeschränkte Personen zugänglich: Von üblichen Bahnsteighöhen aus sind sie leicht erreichbar, weisen barrierefreie Toiletten auf und bieten Platz für Rollstühle. Sie zeichnen sich durch eine komfortable, großzügige Sitzanordnung aus – mit Tischen für Laptops an der Mehrzahl der Sitze. Im Zug wird ein innovatives Lichtkonzept eingeführt, das u. a. auch die Trittstufen im Fahrzeug direkt beleuchtet. Zudem sind die Züge mit Fahrgastinformationsmonitoren für statische und dynamische Informationen sowie WLAN-Funktionalität und einem Entertainmentsystem ausgestattet. In jedem Fahrzeug gibt es einen Fahrkartenautomaten, genügend Abstellfläche für bis zu 9 Fahrräder und Videoaufzeichnung zur Gewährleistung einer zeitgemäßen Fahrgastsicherheit. Finanziert werden die Triebwagen auf Basis des heute geschlossenen Verkehrsvertrages durch die Auftraggeber Land Sachsen-Anhalt, Freistaat Thüringen und Zweckverband Großraum Braunschweig.

Im Dieselnetz Sachsen-Anhalt werden jährlich 8,6 Mio. Zugkilometer erbracht. Diese Leistungen wurden in zwei Losen ausgeschrieben. Für beide Lose erhielt Abellio im Dezember 2015 nach einem europaweiten Vergabeverfahren den Zuschlag.

Los A:

  • Expresslinien 11/21/31 Magdeburg – Halberstadt – Thale/Blankenburg/Goslar mit Zugpaar am Wochenende von und nach Berlin
  • Expresslinien 4/24 Halle (Saale) – Halberstadt – Goslar
  • Regionallinie 43 Magdeburg – Oschersleben

Los B:

  • Regionallinie 35 Stendal – Wolfsburg
  • Regionallinie 36 Magdeburg – Wolfsburg
  • Expresslinie 6 Magdeburg – Wolfsburg
  • Regionallinie 41 Magdeburg – Güsten – Aschersleben
  • Regionallinie 50 Dessau – Güsten – Aschersleben
  • Regionallinie 47 Halle (Saale) – Könnern – Bernburg
  • Expresslinie 10 Magdeburg – Sangerhausen – Erfurt
  • Regionallinie 77 Naumburg (Saale) – Nebra – Wangen

(red/Abellio)

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