Übermüdete Lokführer – Ein gefährliches Sicherheitsrisiko

Der Lokführer eines Güterzuges überfuhr mehrere rote Signale. Die Folge: Am 1. August 2014 kam es im Mannheimer Hauptbahnhof zu einer Zugkollision. (Quelle: EUB)
Ein Beispiel: Der Lokführer eines Güterzuges überfuhr mehrere rote Signale. Die Folge: Am 1. August 2014 kam es im Mannheimer Hauptbahnhof zu einer Zugkollision. (Quelle: EUB)

Ein Lokführer, der fünf Jahre im Güterverkehr gearbeitet hat, berichtet, dass die Regelarbeitszeit von acht Stunden bei ihm häufig überschritten wurde.


„Die Fahrzeiten werden sehr weit gestreckt. Das längste, was ich gefahren bin, waren 15 Stunden. Am Stück. Also ohne jetzt die Lok zu verlassen.“ 

Das sagte ein ehemaliger Lokführer eines privaten Eisenbahnunternehmens in der Sendung „Panorama 3“, die am Dienstagabend im NDR ausgestrahlt wurde. In dem achtminütigen Fernsehbeitrag wird zudem berichtet, dass Sicherheitsrisiken offenbar vermehrt von privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen ausgingen. Im Durchschnitt werden pro Jahr etwa 400 rote Signale überfahren. Normalerweise sollte dann eine Zwangsbremsung erfolgen und der Lokführer muss dann den Fahrdienstleiter im Anschluss kontaktieren. Aber nicht in jedem Fall werde dieses Prozedere auch tatsächlich eingehalten, so der NDR. Eine Studie der Universität Dresden zeige, dass Privatbahnen pro gefahrenem Trassenkilometer in der Vergangenheit dreimal so viele rote Signale überfahren hätten, wie im Gegensatz dazu die Lokführer der Deutschen Bahn.

Auf Nachfrage von „Panorama 3“ bei verschiedenen Unternehmen, verneinten diese „Sicherheitsdefizite“. Zudem gebe es „keine Planschichten, die gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen.“


(red)

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