Umfrage: 90 % der Bürger für mehr Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene

Bahn frei für 740 Meter lange Güterzüge? Das versteckt der BVWP im "potenziellen Bedarf", kritisieren Allianz pro Schiene und VDB. (Foto: © DB AG / Uwe Miethe)
Symbolbild: Güterzüge auf einem Rangierbahnhof. (Foto: © DB AG / Uwe Miethe)

Neun von zehn Bürgern sehen die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ an, um Straßen, Anwohner und Umwelt von den Folgen des wachsenden Lkw-Verkehrs zu entlasten. Das hat eine Meinungsumfrage von TNS/Emnid im Auftrag des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) und des Verbandes der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI) ergeben.


84 Prozent der Befragten versprechen sich davon vor allem höhere Verkehrssicherheit und mehr Klimaschutz, 82 Prozent aber auch eine Entlastung der Autobahnen und 74 Prozent weniger Lärm. Nur 23 Prozent der Befragten hielten längere Lkw auf Deutschlands Straßen für wichtig. Lediglich 36 Prozent stimmen für die Zulassung von elektronisch gesteuerten Lkw-Konvois mit 15-Meter-Abstand und nur noch einem Fahrer und gerade einmal 39 Prozent halten den Bau von Oberleitungen auf Autobahnen zum elektrischen Lkw-Betrieb für sinnvoll. Repräsentativ ausgewählte Personen waren in der zweiten Augusthälfte telefonisch zum Themenkomplex „Schiene oder Straße: was wollen die Bürger?“ befragt worden.

„Die Politik arbeitet am Mehrheitswillen vorbei, wenn sie noch mehr Lkw-Verkehr auf die Straße bringen will“, betont Malte Lawrenz, Vorsitzender des VPI. „Deutschlands Bürgerinnen und Bürger sprechen sich klar für eine Modernisierung und Attraktivitätssteigerung der Schiene aus. Die Politik ist gefordert, dies auch umzusetzen.“

Die Umfrage-Teilnehmer sehen vor allem die Bundesregierung und den Bundestag in der Pflicht, die Schiene zu stärken. 40 Prozent der Befragten erwarten entsprechende Aktivitäten.

„Unübersehbar wollen die Befragten, dass die Schiene attraktiver gemacht wird. Sie sprechen sich klar für eine Senkung der Trassenpreise im Schienengüterverkehr aus und unterstützen mehrheitlich eine Erhöhung der Lkw-Maut“, erklärt Ludolf Kerkeling, Vorstandsvorsitzender des NEE.

Lawrenz ergänzt: „Gut vier Wochen nach dem Beschluss des straßenbauorientierten Bundesverkehrswegeplans 2030 durch das Bundeskabinett kann jetzt der Bundestag bei der Beratung der Ausbaugesetze für Fernstraßen und für Schienenwege zeigen, ob er den Ruf der Bürger nach mehr Schiene statt Straße ernst nimmt“, mahnt der VPI-Vorsitzende.


(red/NEE/VPI)