34-wöchige Streckensperrung auf Großbaustelle beendet – DB stellt Neuerungen in Ebensfeld vor

Die Vollsperrung der Strecke zwischen Hallstadt (bei Bamberg) und Bad Staffelstein in der Nähe von Lichtenfels ist beendet. 34 Wochen lang wurde hier intensiv gearbeitet – nun ist die Trasse seit dem Sonntagmorgen wieder für den Zugverkehr freigegeben. Über die Neuerungen an der Strecke informierte die Deutsche Bahn am Vormittag auf einem Pressetermin in Ebensfeld.


Knapp acht Monate wurde zwischen Hallstadt (bei Bamberg) und Bad Staffelstein, auf der bestehenden Trasse Bamberg – Hof, gearbeitet. Seit 11. Januar und über den kompletten Zeitraum der Sperrung wurde der regionale Zugverkehr durch Busse ersetzt. Die Bauarbeiten im Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8) für die Einbindung der Neubaustrecke VDE 8.1 bei Ebensfeld sowie der rund 20 Kilometer lange 4-gleisige Ausbau zwischen Ebensfeld und Bamberg sind in den letzten Monaten stark vorangetrieben worden. So wurden unter anderem 24 Kilometer Gleis zurückgebaut und 36 Kilometer Gleis neu verlegt. Vier Bahnübergänge wurden beseitigt, mehrere Kilometer Schallschutz errichtet und vier Stationen mit barrierefreien Bahnsteigen ausgebaut. Auch der Main im Bereich Ebing wurde auf einer Länge von 1.100 Meter um 170 Meter nach Westen verlegt.

Bedingt durch die Baumaßnahmen und die notwendige Streckensperrung musste neben dem Regionalverkehr vom 12. Januar bis 3. September auch der Fernverkehr auf der Verbindung München – Leipzig – Berlin im 2-Stunden-Takt über Würzburg und Erfurt umgeleitet werden. Seit Sonntagmorgen verkehren nun auch die Intercity- und IntercityExpress-Züge wieder auf dem Regelweg von Nürnberg über Bamberg, Lichtenfels und weiter über Jena Paradies bis Leipzig bzw. Halle (Saale). Ab Dezember 2017 wird sich das jedoch ändern: Denn mit dem Fahrplanwechsel fahren dann die ICE auf der neu gebauten Hochgeschwindigkeitstrasse VDE 8 (Nürnberg – Erfurt – Leipzig/Halle – Berlin) mit bis zu 300 km/h. Die Fahrzeit zwischen München und Berlin verkürzt sich dann von bisher sechs auf künftig nur noch vier Stunden.

Nun allerdings stand erst einmal die Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf der Bestandsstrecke an – und alles lief nach Plan: „Gegen 2 Uhr in der Nacht ist die Strecke an die Produktionsdurchführung übergeben worden. Seit etwa 5 Uhr fahren die Züge wieder“, so Bahnsprecher Anton Knapp.

Auf einem Pressetermin in Ebensfeld informierten Heike Steinhoff, Leiterin Bahnhofsmanagement Bamberg, Pressesprecher Anton Knapp und Projektleiter Dieter Thormann über den aktuellen Stand des Streckenumbaus und die modernisierten Stationen entlang der Strecke.

Wie Steinhoff sagte, seien alle Bahnsteige, ob in Ebensfeld oder an den Nachbarstationen Breitengüßbach, Ebing und Zapfendorf, ähnlich aufgebaut. So verfügen alle Stationen über neue Bahnsteige mit einer Länge von je 210 m und einer Bahnsteighöhe von 55 cm über der Schienenoberkante. Für mobilitätseingeschränkte Reisende wurden zusätzlich Aufzüge bzw. Rampen an den Bahnsteigen der Stationen verbaut. Die Kosten für den Bau einer einzelnen Station liegen bei über einer Million Euro. Allein die Anschaffung und der Einbau eines Aufzugs schlage mit mindestens 250.000 Euro zu Buche.

Aus dem früheren Bahnhof in Ebensfeld ist heute ein Haltepunkt geworden. Das frühere Bahnhofsgebäude wurde abgerissen, Weichen sowie Ein- und Ausfahrsignale entfernt. Um die auf der Strecke ausgebauten Weichen zu kompensieren, wurden zwei Überholbahnhöfe eingerichtet, um Zugüberholungen zu ermöglichen. Die signaltechnische Sicherung erfolgt hier durch Blocksignale. Die Steuerung des Zugverkehrs wird durch die Fahrdienstleiter der Betriebszentrale München sichergestellt, die aus mehr als 250 Kilometern Entfernung die Signale und Weichen über Elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) fernsteuern.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Berlin, über Erfurt und Leipzig/Halle. Finanziert wird das 10 Milliarden Euro schwere Großprojekt vom Bund, der Europäischen Union und der Deutschen Bahn.


(red)