VDE 8.1: Lückenschluss der NBS Ebensfeld–Erfurt zwischen Bayern und Thüringen

Ein ICE auf der bereits in Betrieb befindlichen Neubaustrecke VDE 8.2 zwischen Erfurt-Leipzig/Halle. (Foto: © DB AG / Florian Jakob)
Symbolbild: Ein ICE auf der bereits in Betrieb befindlichen Neubaustrecke VDE 8.2 zwischen Erfurt-Leipzig/Halle. (Foto: © DB AG / Florian Jakob)

Die Fertigstellung der 107 Kilometer langen Neubaustrecke (NBS) Ebensfeld–Erfurt im 500-km-Bundesprojekt Nürnberg–Berlin sowie ihre Verknüpfung mit dem Bestandsnetz erreichen die Endphase.


Im Vorgriff auf die kommerzielle Inbetriebnahme Ende 2017 fuhr am Freitag, 9. September 2016, schon mal ein Zug über die Landesgrenze von Bayern und Thüringen. Dabei waren Joachim Herrmann, der Bayerische Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr und Dr. Klaus Sühl, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Sie fuhren mit den zuständigen Konzernbevollmächtigten der DB AG, Klaus-Dieter Josel und Eckart Fricke, sowie dem Gesamtprojektleiter Olaf Drescher vom Südportal des Tunnels Müß im Landkreis Sonneberg über die Landesgrenze bis auf die Talbrücke Froschgrundsee im Landkreis Coburg und wieder zurück. Damit erlebten Sie zusammen mit vielen Projektbeteiligten zum ersten Mal eine Ahnung vom künftigen Fahrgefühl.

Mit der gemeinsamen Fahrt wurde bewiesen: Die Neubaustrecke ist im Wesentlichen technisch fertig gestellt. Es folgen nun die ersten Hochtastfahrten mit schnellen Testzügen ab Mitte Oktober dieses Jahres. Im Umfeld laufen Komplettierungsarbeiten, z.B. für die neue Bahnstromleitung Süd oder bei landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen.

Diese Neubaustrecke durch den Thürigner Wald bis nach Oberfranken gilt als der ingenieurtechnisch anspruchsvollste Teil des Gesamtprojekts mit einer Investition von 3,8 Milliarden Euro. 22 Tunnel mit 41 Kilometern Gesamtlänge und 29 Talbrücken mit über 12 Kilometern Gesamtlänge waren unter teils schweren geologischen und meteorologischen Bedingungen zu errichten. Die Trasse führt bis in eine Höhe von 603 Metern. 36.000 so genannte Gleistragplatten aus Beton bilden auf der Strecke die Fahrbahn. Auf über 1.000 Hektar wird die Landschaft als Ausgleich für den Baueingriff ökologisch aufgewertet.

Ende 2017 sind alle 230 Kilometer Neubaustrecken sowie die Gesamtverbindung bis nach München in Betrieb. Zwischen Berlin und München verringert sich die Fahrzeit von sechs auf vier Stunden. Die neue Trasse bietet eine umweltfreundliche Alternative zu Luft- und Lkw-Verkehr.


(red/DB)

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