DB Netz und PKP schließen Infrastrukturvertrag für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr zwischen Deutschland und Polen

Deutsch-polnischer Grenzbahnhof Frankfurt (Oder) Oderbrücke: Eine Mehrsystemlok der Baureihe 370 „Husarz“ der PKP INTERCITY rollt mit dem Berlin-Warszawa-Express EC 43 ausgeschaltet und abgebügelt durch die Systemtrennstelle zwischen dem DB-Wechselstromnetz mit 15 kV, 16,7 Hz und dem PKP-Gleichstromnetz mit 3 kV. Danach legt der Zug in beiden Fahrtrichtungen einen Betriebshalt ein, um die Systemumschaltung der Lok vorzunehmen. (Foto: © DB AG / Uwe Miethe)
Deutsch-polnischer Grenzbahnhof Frankfurt(Oder) Oderbrücke: Eine Mehrsystemlok der Baureihe 370 „Husarz“ der PKP INTERCITY rollt mit dem Berlin-Warszawa-Express EC 43 ausgeschaltet und abgebügelt durch die Systemtrennstelle zwischen dem DB-Wechselstromnetz mit 15 kV, 16,7 Hz und dem PKP-Gleichstromnetz mit 3 kV. Danach legt der Zug in beiden Fahrtrichtungen einen Betriebshalt ein, um die Systemumschaltung der Lok vorzunehmen. (Foto: © DB AG / Uwe Miethe)

Im Rahmen der Fachmesse für Verkehrstechnik InnoTrans, die am Dienstag gestartet ist, haben die Vorstände der DB Netz AG und der PKP Polskie Linie Kolejowe (PLK) S.A. ein neues Vertragswerk unterzeichnet.


Nach Angaben der Deutschen Bahn definiert der geschlossene Infrastrukturvertrag die Zusammenarbeit sowie die Zuständigkeiten der beiden Unternehmen für das Betreiben der Schienenwege an den deutsch-polnischen Eisenbahn-Grenzbetriebsstrecken: Löcknitz—Szczecin, Tantow—Szczecin, Küstrin/Kietz—Kostrzyn, Frankfurt (Oder)—Rzepin, Guben—Gubin, Forst (Lausitz)—Tuplice, Horka Gbf—Węgliniec, Görlitz—Zgorzelec, Hagenwerder—Krzewina und Zgorzelecka—Zittau.

„Die konstruktive Zusammenarbeit unserer beiden Infrastrukturunternehmen hat bereits eine lange Tradition“, erläutert Dr. Thomas Schaffer, Vorstand Vertrieb und Fahrplan der DB Netz AG. „Mit dem neuen Vertrag stellen wir nun die Weichen für eine weitere Sicherung der Qualität des Bahnverkehrs zwischen Polen und Deutschland.“

„Die koordinierte Zusammenarbeit seit knapp 10 Jahren ist von groβer Bedeutung für die Verbesserung und Entwicklung der Bahninfrastruktur als auch für den Verkehr zwischen unseren Ländern“, erläutert Andrzej Pawłowski, Vorstand für die Betriebsführung der PKP PLK S.A.. „Die Aktivitäten unserer Gesellschaften sind mit der nationalen Politik sowie zwischen den Eisenbahninfrastrukturunternehmen koordiniert.“

Im Mittelpunkt des Vertragswerks stehen u.a. Grundsätze zur Errichtung von Infrastrukturanlagen und zur Instandhaltung der Eisenbahninfrastruktur aber auch zur Planung und Vorbereitung von Bauarbeiten. Weitere Themen sind die grenzüberschreitende Betriebsführung und Trassenzuweisung. Dabei stehen besonders die Modernisierung der Grenzbetriebsstrecken für den Personen- und Güterverkehr, Erneuerung der Eisenbahnbrücken sowie die Installation und Verknüpfung neuer Leit- und Sicherungstechnik im Fokus.

Die Grundlagen für die erfolgreiche Zusammenarbeit wurden mit der Ratifizierung des Abkommens der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen vom 14. November 2012 über die Zusammenarbeit im Bereich des Eisenbahnverkehrs über die deutsch-polnische Staatsgrenze gelegt.

Seit knapp zehn Jahren begleitet die gemeinsame Infrastrukturgruppe der DB Netz AG und der PKP PLK S.A. den Ausbau und die Modernisierung der grenzüberschreitenden Eisenbahninfrastrukturverbindungen. Im Ergebnis konnten zahlreiche Projekte voran gebracht werden, darunter die Erneuerung der Eisenbahnbrücke bei Frankfurt(Oder) sowie die Instandsetzung der Eisenbahn-Viaduktbrücke bei Görlitz. Darüber hinaus wurden die Strecken Pasewalk—Löcknitz, Berlin—Kietz/Kostrzyn, Guben—Czerwiensk und Cottbus—Forst erneuert und mit moderner Sicherungstechnik ausgestattet. Weitere Maßnahmen sind der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecken Angermünde – Szczecin und Hoyerswerda—Horka—Wegliniec sowie die Erneuerung der Oderbrücken bei Kietz/Kostrzyn.


(red/Quelle: DB)