Wasserstoff statt Diesel: Alstom und BMVI stellen emissionsfreien Triebwagen für den Nahverkehr vor

Alstom präsentiert auf der InnoTrans den Coradia iLint, den ersten Zug mit Brennstoffzellenantrieb. (Foto: © Bahnblogstelle)
Alstom präsentiert auf der InnoTrans den Coradia iLint, den ersten Zug mit Brennstoffzellenantrieb. (Foto: © Bahnblogstelle)

Der Fahrzeughersteller Alstom und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) haben am Dienstag auf der InnoTrans in Berlin einen emissionsfreien Triebwagen vorgestellt, der Wasserstoff (Hydrogen) statt Diesel als Kraftstoff verwendet.


Auf der InnoTrans enthüllte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den weltweit ersten Triebwagen mit Brennstoffzellenantrieb. Das BMVI hat die Entwicklung des Fahrzeugs durch Alstom mit knapp 8 Millionen Euro im Rahmen des „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzelle“ gefördert. Das Fahrzeug soll ab 2018 im Nahverkehr eingesetzt werden.

ZUR FOTOSTRECKE: Der Coradia iLint auf der InnoTrans

Zwei Prototypen des Coradia iLint sollen zunächst zwischen Bremerhaven und Cuxhaven beziehungsweise Bremerhaven und Buxtehude verkehren. Bis 2020 sollen 14 dieser Fahrzeuge in Niedersachsen im Einsatz sein. Auch wenn der Coradia iLint optisch dem gewöhnlichen Dieseltriebwagen vom Typ Coradia Lint 54 gleicht und ebenfalls eine Geschwindigkeit von bis zu 140 km/h erzielt, gibt es einen entscheidenden Unterschied: Statt der umweltschädlichen Verbrennung von Dieselkraftstoff wandelt hier eine Brennstoffzelle Wasserstoff in elektrische Energie um, lädt damit die Fahrzeugbatterie und treibt die Fahrmotoren an.

„Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich oder noch nicht vorhanden sind, fahren bislang Züge mit Dieseltriebwagen. Mit unseren Investitionen bringen wir hier umweltfreundliche Antriebe aufs Gleis: emissionsfrei, energieeffizient, kostengünstig – eine echte Alternative zum Diesel. Mit dem Einsatz der Brennstoffzellen- und Batterietechnologie auf der Schiene beginnt ein neues Zeitalter für nichtelektrifizierte Strecken“, so Bundesverkehrsminister Dobrindt.

Da die Brennstoffzelle eine kostengünstige und zudem emissionsfreie Alternative für nicht elektrifizierte Strecken darstellt, haben bereits weitere Bundesländer Interesse angekündigt.


(red)