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Einmal Lokführer sein: National Express erfüllt Kindheitsträume und lässt Hobbyeisenbahner „ans Steuer“

Ein Teilnehmer der Aktion bei seiner "Fahrt" im Simulator. (Foto: © Bahnblogstelle)

Ein Teilnehmer der Aktion bei seiner "Fahrt" im Simulator. (Foto: © Bahnblogstelle)

Das Eisenbahnverkehrsunternehmen National Express Rail GmbH, das seit Ende 2015 in Deutschland zwei Nahverkehrslinien im Raum Nordrhein-Westfalen betreibt, machte kürzlich mit einer ganz besonderen Fahrgast-Aktion in Wuppertal auf sich aufmerksam...


Auf ihrer Internetseite verloste die National Express Rail GmbH Ende August mehrere Fahrten in einem Trainingssimulator – und Interessenten gab es viele, wie Marketingreferentin Rebecca Viehoff verriet. Aus den zahlreichen Bewerbereinsendungen wurden schlussendlich acht Gewinner gezogen, die das Glück hatten, einmal einen fast realen Zug selbst zu steuern. Bahnblogstelle war in Wuppertal vor Ort und hat das spannende Ereignis begleitet.

Der Simulator, der dem echten Führerstand eines Elektrotriebzuges vom Typ Stadler KISS nachempfunden ist und hier unter anderem zu Schulungszwecken auch für die Triebfahrzeugführer von National Express genutzt wird, befindet sich im Besitz der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG). Er verbirgt sich in einem zwar mit Werbeaufklebern verzierten, aber doch an sich sehr unscheinbarem LKW-Anhänger. Wer das Fahrzeug aber von innen betrachtet, staunt nicht schlecht. Der Innenraum umfasst drei einzelne Bereiche, inklusive Instruktor-Arbeitsplatz mit Zuschauersitzen und Führerstandskabine. Auch Wolfgang Powelz, Ausbildungstriebfahrzeugführer bei der ODEG, ist von dem Simulator überzeugt. Wie der erfahrene Eisenbahner sagte, habe eine derartige mobile Trainingseinrichtung entscheidende Vorteile – zum Beispiel: wenn sich ein Eisenbahnverkehrsunternehmen keinen eigenen stationären Simulator leisten will und die Mitarbeiter dennoch auf dem eigenen Betriebsgelände geschult werden sollen.

Hinter den Hebeln, Schaltern und Displays steckt das Simulationsprogramm „Zusi Professional“, das von Carsten Hölscher und seinem Entwicklerteam programmiert und entwickelt wurde und heute bei zahlreichen Bahnunternehmen im Trainingsbereich Anwendung findet. Rund 500 Kilometer der virtuellen Streckenlandschaft stehen hier zur Verfügung. Mit wenigen Mausklicks kann der Ausbilder die betriebliche Situation komplett verändern, zahlreiche Fehlermeldungen oder Störungen einspielen, die Fahrgastnotbremse auslösen oder den Fahrdienstleiter simulieren und einen schriftlichen Befehl erteilen. Egal welches Betriebsverfahren geübt werden soll, der Simulator bietet zahlreiche Trainingsmöglichkeiten: vom Zugleitbetrieb (ZLB) über signalgeführte Zugfahrten mit Punktförmiger Zugbeeinflussung (PZB) bis hin zu anzeigegeführten Zugfahrten mit Linienförmiger Zugbeeinflussung (LZB). Selbst andere Baureihen, von unterschiedlichen Triebzügen bis zu verschiedenen Loks, lassen sich hier über änderbare Displays abbilden.

Hier erscheint in Kürze eine Fotostrecke...

ZUR FOTOSTRECKE

Nach einer sachkundigen Einführung in die wichtigsten Bedieneinrichtungen des Simulatorführerstands, konnte die virtuelle Zugfahrt auch schon losgehen. Selbst als Teilnehmer dieser Aktion ist man ein wenig angespannt, wenn einem der Trainer und Prüfer quasi im Nacken sitzt und ein waches Auge auf alle Bedienhandlungen und jeden einzelnen Knopfdruck hat. Denn zum Führen eines Zuges gehört mehr als der normale Fahrgast oft denken mag. Für Jemanden, der darin keine Erfahrung hat viele Hundert Tonnen zu bewegen, eine wahre Herausforderung, die wahrlich geübt sein will! Denn zum Steuern eines Zuges gehört nicht nur die Fahrwegbeobachtung, die Beachtung der Signale und des Fahrplans, das Nachvornelegen des Zugkraftstellers oder kombinierten Fahr-/Bremshebels, sondern auch das Verstehen und korrekte Umsetzen der betrieblichen Regeln.

„Sogar echte Triebfahrzeugführer schwitzen hier manchmal“, sagte Ausbilder Wolfgang Powelz, der die Teilnehmer souverän durch das Training führte. „Einen Zug auf den Meter genau anzuhalten, das schafft manch ein Kollege selbst nach 30 Jahren nicht“, verriet Powelz mit einem Lächeln im Gesicht. Daran sehe man, dass das korrekte Führen eines Zuges tatsächlich eine anspruchsvolle Aufgabe ist.

Der Großteil der Teilnehmer des Simulator-Trainings bestand aus Hobbyeisenbahnern bzw. Eisenbahninteressierten. Eine gelungene Aktion war das Event in jedem Fall, sowohl für National Express, als auch für jeden einzelnen Teilnehmer selbst.

Und wie Rebecca Viehoff zum Abschluss im Gespräch mit Bahnblogstelle erklärte, können sich die Fahrgäste auch in Zukunft auf viele weitere Aktionen freuen.

„Wir wollen gerne etwas für unsere Fahrgäste tun – ihnen eine Freude machen“, so die Marketingreferentin.

Aber auch abseits der spannenden Werbeaktionen nimmt National Express kein Blatt vor den Mund, wenn es um die anfänglichen Startprobleme bei der Betriebsaufnahme im vergangenen Dezember 2015 geht. In einer Pressemitteilung vom 14. September kommuniziert das Unternehmen, dass das hohe Maß an Qualität, welches man sich gesetzt hatte, anfangs leider nicht immer gegeben war. Deshalb arbeite man nun mit Nachdruck daran, den Service für seine Kunden künftig spürbar zu verbessern.

„Die Eisenbahn ist ein sehr komplexes System und wir haben den Anspruch besser zu werden. Daran arbeiten wir“, versprach Viehoff.

Übrigends: National Express ist aktuell noch auf der Suche nach Triebfahrzeugführern und Interessenten, die sich eine Umschulung zum Triebfahrzeugführer vorstellen können. Weitere Informationen finden Sie auf der Karriereseite des Unternehmens.


red

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