74-jährige Gleisläuferin bremst Güterzug aus: „Sie lief unbekümmert von Schwelle zu Schwelle“

Symbolbild: Gleis mit Betonschwellen. (Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de)
Symbolbild: Gleis mit Betonschwellen. (Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de)

Eine 74-jährige Frau aus Rotenburg-Lispenhausen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) sorgte am Montag, 14.11.2016, gegen 12.00 Uhr für einen Polizeieinsatz. Die Frau war auf den Gleisen in Richtung Bebra unterwegs und hatte Glück, dass sie der Lokführer eines herannahenden Güterzuges rechtzeitig wahrnahm.


Nach Informationen der Bundespolizei entdeckte der Lokführer eines Güterzuges, der in Richtung Kassel fuhr, die türkischstämmige Rentnerin rechtzeitig und konnte seinen Zug gefahrlos stoppen. Die Rentnerin blieb unverletzt. Bis zum Eintreffen der Polizei aus Rotenburg, die zur Unterstützung der Bundespolizei ausgerückt war, betreute sie der Lokführer.

„Sie lief unbekümmert von Schwelle zu Schwelle“, sagte der Bahnbedienstete. „Ich war zum Glück nur mit 40 Stundenkilometern unterwegs und konnte rechtzeitig halten.“

Warum sie den verbotenen Weg auf den Gleisen wählte, konnte die 74-Jährige nicht erklären. Nach Feststellung ihrer Identität setzte sie ihren Weg nach Bebra auf dem sicheren Fußweg fort. Die Bahnstrecke war für rund 15 Minuten gesperrt. Drei nachfolgende Züge erhielten durch den Vorfall jeweils zehn Minuten Verspätung.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat gegen die Frau ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.


red / Quelle: BPol