DB Regio will kostenloses WLAN im Nahverkehr anbieten

Die Deutsche Bahn will dem Kundenwunsch nachkommen und neben der Aufrüstung aller ICE-Züge nun auch in ihren Nahverkehrszügen kostenloses WLAN anbieten. Wie der Bahnkonzern mitteilt, wurde hierfür durch DB Regio nun eine technische Lösung entwickelt.


Auf ersten Strecken ist WIFI@DB Regio bereits vereinzelt verfügbar, etwa im Fugger-Express von München nach Augsburg sowie auf der Strecke Kiel–Lübeck–Lüneburg. Zudem soll es auch im Nahverkehr ein Informationsportal geben. Hier laufen ebenfalls Tests, etwa bei der S-Bahn Stuttgart. Ziel ist es, mit Unterstützung der Aufgabenträger, die im Auftrag der Bundesländer die Leistungen im Regionalverkehr bestellen, bis 2020 einen Großteil der DB Regio-Züge auszurüsten.

DB Regio hat gemeinsam mit den Aufgabenträgern verschiedene WLAN-Systeme getestet. Als leistungsfähigste Lösung stellte sich ein „Multi-Provider System“ heraus, das parallel die Mobilfunknetze der drei Mobilfunkanbieter verwendet, um die bestmögliche Verfügbarkeit und Bandbreite bereit zu stellen. Welche Bandbreite im Zug zur Verfügung steht, ist abhängig von der Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze. Bei schlechter Mobilfunkversorgung entlang der Strecke sorgt das neue Informationsportal für ein Grundangebot, denn es steht auch offline zur Verfügung. Das Portal bietet unter anderem Nachrichten, aktuelle Informationen zur Reise und touristische Informationen.

„WLAN ist Teil der modernen Lebenswelt, unterwegs wie zuhause“, sagt Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender DB Regio. „Deswegen haben wir mit WIFI@DB Regio ein Produkt entwickelt, das bei entsprechender Mobilfunkausleuchtung eine stabile Internetverbindung in den Zug bringen kann. Bei Mobilfunklücken gibt es attraktive Angebote über ein Informationsportal.“

Ziel ist es, den Reisenden einen möglichst permanent verfügbaren Internetzugang zu bieten. Daher hat DB Regio die Mobilfunkabdeckung auf 21.000 Kilometern Streckennetz gemessen. Das Ergebnis: Im LTE-Netz konnte die Mindestdatenrate von 10 MBit/s bei der Telekom auf 54 Prozent, bei Vodafone auf 44 Prozent und bei Telefonica auf 35 Prozent der Streckenkilometer erreicht werden. Nur durch eine geschickte Bündelung aller drei Mobilfunknetze kann den Reisenden eine Mobilfunkausleuchtung von etwa 87 Prozent, davon zu 78 Prozent mit LTE angeboten werden. Das heißt: Auf einer 90 Minuten langen Fahrt ist der Reisende rund 15 Minuten ohne Empfang. Für eine zuverlässige Bereitstellung des Internetempfangs sind daher weitere Investitionen notwendig. Die Deutsche Bahn ist mit den Telekommunikationsunternehmen über den weiteren Netzausbau im Gespräch.


red / Quelle: DB

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