Knorr-Bremse: Firmengründer Georg Knorr (1859-1911) mit Ehrengrabstätte geehrt

Druckluftbremse mit Bremsgestänge für Klotzbremssohlen an einem Güterwagen; George Knorr, Ingenieur und Gründer von Knorr-Bremse. (Foto: © Ketamin / Knorr Bremse AG)
Druckluftbremse mit Bremsgestänge für Klotzbremssohlen an einem Güterwagen; Georg Knorr, Ingenieur und Gründer von Knorr-Bremse.
(Foto: © Ketamin / Knorr Bremse AG)

Die Grabstätte des Firmengründers des heute weltweit führenden Herstellers von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge ist jetzt als Ehrengrabstätte des Landes Berlin anerkannt worden. Georg Knorr, der 1911 im Alter von 52 Jahren verstarb, wird damit für seine Leistungen geehrt.


Georg Knorr am Prüfstand für Personenzugbremsen, 1908. (Foto: © Knorr-Bremse)
Georg Knorr am Prüfstand für Personenzugbremsen, 1908. (Foto: © Knorr-Bremse)

Ernst Theodor Georg Knorr wurde am 19. Oktober 1859 in Ruda bei Neumark (Kreis Löbau, Westpreußen) geboren und übernahm 1893, bereits im Alter von 33 Jahren, als neuer Eigentümer den Bremsenhersteller Carpenter & Schulze; zuvor war er dort als Oberingenieur tätig. Kunde des Unternehmens war unter anderem über viele Jahre die preußische Staatsbahn. 1905 gründete Georg Knorr das Unternehmen Knorr-Bremse GmbH. Anfang der 1900er Jahre gelang ihm die Entwicklung der einlösigen Einkammerschnellbremse. Sie war einfach, betriebssicher, sorgte für kürzere Bremswege, brachte einen Wagen stoßfrei zum Stehen und konnte sogar in einem Zug gemeinsam mit Bremsen des Konkurrenten Westinghouse eingesetzt werden. 1903 führte die preußisch-hessische Staatseisenbahnverwaltung die „Knorr-Schnellbremse K1“ für Personenzüge ein. Ab 1905 wurde die Knorr-Einkammerschnellbremse bei deutschen Güterbahnen und später auch als Einheitsbremse bei allen europäischen Bahnen eingeführt. Am 15. April 1911 starb Knorr im Alter von 52 Jahren im schweizer Davos. Durch seine Arbeit prägte der Ingenieur die Entwicklung der Druckluftbremse von Schienenfahrzeugen bis in die heutige Zeit maßgeblich mit.

Dr. Peter Laier, Vorstandsmitglied der Knorr-Bremse AG, würdigte die Lebensleistung des großen Entrepreneurs bei einer feierlichen Enthüllung der Ehrengedenkplatte auf dem Friedhof „Zur frohen Botschaft“ in Karlshorst. Auch ein Enkel des Firmengründers, Carl-Georg Kleppe, sowie Andre Janis als Vertreter des Knorr-Bremse Standorts Berlin nahmen an der Zeremonie teil.

„Technische Innovationsfähigkeit und Weitsicht, gepaart mit unternehmerischer Verantwortung zeichneten Georg Knorr aus, der schon als junger Ingenieur den Schienenverkehr zu einem sicheren und effizienten Verkehrsmittel machen wollte“, erläuterte Dr. Peter Laier. „Bis heute vertrauen weltweit täglich mehr als eine Milliarde Menschen unseren Systemen. Ohne den Mut und den Erfindergeist von Georg Knorr wäre dies nicht möglich. Es freut uns sehr, dass sein Verdienst mit der Ehrengrabstätte eine ganz besondere Würdigung erfährt. Dafür danke ich im Namen des heutigen Eigentümers Herrn Heinz Hermann Thiele, des Vorstands der Knorr-Bremse AG und der ganzen Knorr-Bremse Belegschaft dem Land Berlin sehr herzlich.“


red / Knorr-Bremse

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