Fahrzeugprobleme sorgen für Betriebseinschränkungen bei der Mitteldeutschen Regiobahn

Alstom Coradia Continental: Dieser Fahrzeugtyp kommt im Elektronetz Mittelsachsen bei der Mitteldeutschen Regiobahn zum Einsatz. (Foto: © Alstom)
Alstom Coradia Continental: Dieser Fahrzeugtyp kommt im Elektronetz Mittelsachsen bei der Mitteldeutschen Regiobahn zum Einsatz. (Foto: © Alstom)

Wie die Transdev Mitteldeutschland GmbH als Betreiber der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) mitteilt, kommt es aktuell zu betrieblichen Einschränkungen im Fahrbetrieb des Elektronetzes Mittelsachsen. Grund hierfür ist eine reduzierte Verfügbarkeit der Elektrotriebzüge vom Typ Coradia Continental (Baureihe 1440).


Infolge von Türstörungen sowie weiteren technischen Mängeln, die an den Laufflächen der Radsätze mehrerer Fahrzeuge des Typs Coradia Continental (ET 1440) registriert wurden, kommt es derzeit zu betrieblichen Einschränkungen im Elektronetz Mittelsachsen. Dieses umfasst folgende drei Linien:

  • RE 3: Dresden – Chemnitz – Zwickau – Plauen – Hof
  • RB 30: Dresden – Chemnitz – Zwickau
  • RB 45: Chemnitz – Riesa – Elsterwerda
Ein Elektrotriebzug vom Typ Coradia Continental. (Foto: © MRB)
Ein Elektrotriebzug vom Typ Coradia Continental. (Foto: © Transdev Mitteldeutschland)

Bei mehreren Fahrzeugen wurden Flachstellen und „Ausbröckelungen“ an den Laufflächen der Radreifen entdeckt, teilt das Unternehmen mit. Als technische Vorsichtsmaßname wurden die betroffenen Fahrzeuge vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Bereits seit Donnerstag erfolgt die technische Prüfung bzw. Reparatur durch Alstom – den Hersteller der Fahrzeuge – auf Hochtouren. Mit Stand gestern, 05.12.2016, konnten 18 der insgesamt 29 modernen Elektrotriebzüge, die die MRB durch den Aufgabenträger und Fahrzeuggesteller ZVMS (Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen) gestellt bekommen hat, nicht eingesetzt werden. Aktuell konnte Fahrzeughersteller Alstom, der auch für die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge zuständig ist, die Ursachen der Radreifenprobleme noch nicht ermitteln. Entsprechende Analysen werden derzeit mit Hochdruck durchgeführt, heißt es. Zusätzlich zu den genannten Problemen treten teilweise auch Störungen in der Türsteuerung bedingt durch Feuchtigkeitseintritt auf. Auch hier ist Alstom dabei, die Ursachen zu ermitteln.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur 11 Fahrzeuge der Flotte einsatzfähig. Nach Informationen des Betreibers arbeitet der Fahrzeughersteller im Moment im 3-Schicht-System im neuen Eisenbahnbetriebshof im Vorfeld des Chemnitzer Hauptbahnhofes an der Analyse und Schadensbehebung. Bis zum 10. Dezember 2016 wird hierfür ergänzend der Eisenbahnbetriebshof der DB Regio AG in Dresden-Altstadt genutzt.

Mit den aktuell verfügbaren Elektrotriebzügen kann die Mitteldeutsche Regiobahn den regulären Fahrplanbetrieb nicht aufrecht erhalten. Zu welchem Zeitpunkt ein normaler Verkehr wieder möglich ist, sei derzeit leider nicht absehbar. Ein gemeinsam mit den Aufgabenträgern ZVMS (Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen), VVO (Verkehrsverbund Oberelbe) und ZVV (Zweckverband ÖPNV Vogtland) erarbeitetes Ersatzkonzept soll dazu beitragen, die Situation für die Fahrgäste im gesamten Elektronetz Mittelsachsen in den nächsten Tagen zu verbessern. Über die Verkehrsabläufe sowie teilweise eingerichtete Schienenersatzverkehre informiert die MRB tagesaktuell auf ihrer Internetseite: www.mitteldeutsche-regiobahn.de

Die neuen Fahrzeuge vom Typ Coradia Continental wurden erst vor wenigen Monaten an die Transdev Mitteldeutschland GmbH ausgeliefert (Bahnblogstelle berichtete).


Letzte Aktualisierung: 06.12.2016, 16:27 Uhr

red / Transdev Mitteldeutschland