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DB Regio soll Zuschlag für Netz 4 „Rheintal“ erhalten – Einsatz von Neufahrzeugen

Auf der Strecke Karlsruhe – Offenburg – Basel sollen ab 2020 Doppelstock-Elektrotriebwagen vom Typ „Desiro HC“ zum Einsatz kommen. (Grafik: © Siemens AG)

Auf der Strecke Karlsruhe – Offenburg – Basel sollen ab 2020 Doppelstock-Elektrotriebwagen vom Typ „Desiro HC“ zum Einsatz kommen. (Grafik: © Siemens AG)

Die Deutsche Bahn soll den Zuschlag für die RE- und RB-Leistungen auf den Strecken Karlsruhe – Offenburg – Basel und Offenburg – Freiburg – Basel/Neuenburg erhalten. Im sogenannten Netz 4 sollen ab Juni 2020 Elektrotriebwagen vom Typ „Desiro HC“ und „Mireo“ im neuen Landesdesign verkehren.


Wie das baden-württembergische Verkehrsministerium mitteilt, soll DB Regio von Juni 2020 an das Netz „Rheintal“ (Vergabenetz 4) betreiben. Das Unternehmen habe in beiden Losen das wirtschaftlichste Angebot abgegeben.

„Mit der Neuvergabe an die Deutsche Bahn konnten wir einen um vier Euro günstigeren Preis pro Zugkilometer erreichen. Statt 11,69 Euro pro Zugkilometer zahlt das Land künftig 7,30 Euro pro Zugkilometer. Das trotz neuer, moderner Fahrzeuge und trotz des anspruchsvollen Betriebsprogramms auf der überlasteten Rheintalstrecke“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. „Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass der Wettbewerb sowohl günstigere Preise für das Land als auch Verbesserungen für die Fahrgäste ermöglicht. Ohne Wettbewerb könnten wir uns die Verbesserungen nicht leisten“.

Das Netz 4 wurde in zwei Losen ausgeschrieben. Los 1 enthält die stündlichen RE-Leistungen Karlsruhe – Offenburg – Basel mit zunächst ca. 2,1 Millionen Zugkilometern/Jahr. Los 2 enthält die RB-Leistungen Offenburg – Freiburg – Basel/Neuenburg mit zunächst ca. 1,9 Millionen Zugkilometer/Jahr. Dem neuen Fahrplankonzept auf der Rheintalbahn war ein intensives Beteiligungsverfahren vorausgegangen, das vom Land mit den betroffenen Kommunen an der Strecke durchgeführt wurde. Künftig werden im SPNV im Rheintal schnelle und langsame Züge klar getrennt. Der RE wird Offenburg und Basel künftig jede zweite Stunde in 85 Minuten verbinden und somit 30 Minuten schneller als heute. Auf Wunsch der Region wird der RE in der anderen Stunde öfters halten, dann aber für die Strecke Offenburg – Basel 98 Minuten benötigen. Die RB im Los 2 hält stündlich an allen Stationen und wird zur Hauptverkehrszeit (HVZ) abschnittsweise verdichtet. Insgesamt wird das Angebot in der ersten Betriebsstufe ab Juni 2020 gegenüber heute um 40 % ausgeweitet.

„Leider können wir das von uns gewünschte Verkehrsangebot bei der Inbetriebnahme des Netzes 4 noch nicht ganz umsetzen, weil die Rheintalstrecke mit Fern- und Güterverkehr stark überlastet ist“, sagte Minister Hermann weiter. „Sobald die Rheintalstrecke weiter ausgebaut ist, werden wir das Betriebsprogramm aber vervollständigen.“

So werden nach Fertigstellung des Rastatter Tunnels (voraussichtlich Dezember 2022) alle RE bis Karlsruhe verlängert. Und wenn die durchgehende Viergleisigkeit zwischen Müllheim und Weil am Rhein hergestellt ist (voraussichtlich Dezember 2024) wird die RB zwischen Müllheim und Basel in der HVZ im Halbstundentakt fahren. Zusammen sind dies noch einmal ca. 660.000 zusätzliche Zugkilometer/Jahr. Im Endzustand wird somit das Zugangebot gegenüber heute um 62 Prozent ausgeweitet.

DB Regio wird im Los 1 Doppelstock-Elektrotriebwagen der Firma Siemens vom Typ „Desiro HC“ einsetzen. Im Los 2 kommen Single-Deck-Elektrotriebwagen des neuen Typs „Mireo“ zum Einsatz. Die Züge verkehren künftig im neuen Landesdesign.

„Ich freue mich, dass mit der DB Regio der heutige Betreiber dieses anspruchsvolle Netz gewonnen hat“, so Winfried Hermann weiter. „Bei aller berechtigten Kritik an der DB müssen wir auch sehen, dass deren Qualität im Rheintal deutlich besser ist als im württembergischen Landesteil.“

Sofern keiner der unterlegenen Bieter innerhalb der nächsten 10 Tage einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer stellt, wird das Land der DB Regio AG den Zuschlag erteilen.


Meldung vom 27.01.2017

red/MVI

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