Bund und DB wollen Schienenverkehrslärm bis 2020 halbieren – Bereits 1.600 km Strecke lärmsaniert

Um den Schienenverkehrslärm bis 2020 zu reduzieren, werden unterschiedliche Maßnahmen an der Infrastruktur vorgenommen. Hinzu kommt die Umrüstung der Güterwagen auf Flüsterbremsen. (Grafik: © DB AG)

Die Deutsche Bahn und der Bund haben sich zum Ziel gesetzt, den Schienenverkehrslärm ausgehend vom Jahr 2000 bis 2020 zu halbieren. Bis Ende 2016 wurden bereits 1.600 Kilometer des deutschen Streckennetzes lärmsaniert.


Um die Halbierung des Schienenverkehrslärms zu erreichen, nimmt das Bahnunternehmen verschiedene lärmmindernde Maßnahmen entlang der Strecke und an der Fahrzeugflotte – wie die Umrüstung der Wagen auf Flüsterbremsen – vor. Zudem werde der Lärmschutz auch unter Anwendung neuer Techniken und innovativer Materialien weiter verbessert.

Andreas Gehlhaar, Leiter des Umweltbereichs der DB und Lärmschutzbeauftragte des Konzerns:

„Verkehrslärm ist eine große Belastung für viele Menschen. Deshalb investieren wir in einen deutlich besseren Lärmschutz an der Strecke ebenso wie in innovative Lösungen an den Güterwagen.“

Von Seiten der Deutschen Bahn heißt es: Gut 1.600 Kilometer von insgesamt 3.700 Kilometern als besonders laut eingestufte Strecken wurden bislang mit Mitteln aus dem freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes lärmsaniert. Dafür wurden seit Beginn des Programms im Jahr 2000 rund 650 Kilometer Schallschutzwände errichtet und rund 56.750 Wohnungen mit passivem Lärmschutz wie Schallschutzfenstern ausgestattet. Insgesamt wurden bis heute über 1,2 Milliarden Euro im Rahmen des Programmes investiert, darin enthalten sind über 100 Millionen Euro Eigenmittel der DB.

Im Rahmen des Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ wurden im vergangenen Jahr weitere Streckenabschnitte lärmsaniert.

Angaben für das Jahr 2016 nach Bundesländern:

Baden-Württemberg

  • Investition: rund 6,2 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 3,5 Kilometer, der Schwerpunkt lag dabei auf der Rheintalbahn.

2017 liegt der Fokus auf Abschnitten in Ringsheim, Kenzingen und Lahr. In Baden-Württemberg wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 266 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 177 Millionen Euro bereitgestellt.

Bayern

  • Investition: rund 11,7 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 9,9 Kilometer, der Schwerpunkt lag dabei im Nordosten (Raum Würzburg) und im Süden (Raum Rosenheim).

2017 liegt der Fokus auf Streckenabschnitten in Gröbenzell und Großkarolinenfeld. In Bayern wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 301 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 152 Millionen Euro bereitgestellt.

Hessen

  • Investition: rund 11,3 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 8,7 Kilometer, der Schwerpunkt lag dabei in Mittel- und Südhessen.

2017 liegt der Fokus auf Strecken in Butzbach, Bad Nauheim und Gernsheim. In Hessen wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 149 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 80,1 Millionen Euro bereitgestellt.

Niedersachsen

  • Investition: rund 10,7 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 14,7 Kilometer, der Schwerpunkt lag dabei in den Großräumen Bremen und Hannover.

2017 liegt der Fokus auf Streckenabschnitten bei Hannover und Langwedel. In Niedersachsen wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 469 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 182,4 Millionen Euro bereitgestellt.

Nordrhein-Westfalen

  • Investition: rund 16,9 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 9,4 Kilometer, der Schwerpunkt lag dabei im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen.

2017 liegt der Fokus auf den Knoten Essen, Schwerte, Bottrop und Duisburg. In Nordrhein-Westfalen wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 333 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 197,9 Millionen Euro bereitgestellt.

Rheinland-Pfalz

  • Investition: rund 0,7 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 0,8 Kilometer, der Schwerpunkt lag dabei auf der Strecke zwischen Ludwigshafen und Homburg (Saar).

2017 liegt der Fokus auf dem Knoten Lambrecht. In Rheinland-Pfalz wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 219 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 121,7 Millionen Euro bereitgestellt.

Sachsen

  • Investition: rund 1,9 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 1 Kilometer, der Schwerpunkt lag dabei im Großraum Leipzig.

2017 liegt der Fokus auf Böhlen und Zschortau. In Sachsen wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 76 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 13,1 Millionen Euro bereitgestellt.

Schleswig-Holstein

  • Investition: rund 5,9 Millionen Euro
  • Gebaute Schallschutzwände: 3,9 Kilometer, der Schwerpunkt der Baumaßnahmen lag dabei im Bereich Pinneberg/Elmshorn.

2017 liegt der Fokus auf Lübeck-Bad Schwartau. In Schleswig-Holstein wurde seit 2001 eine Gesamtstreckenlänge von 52 Kilometern vollständig lärmsaniert. Dafür haben Bund und Deutsche Bahn über 28,2 Millionen Euro bereitgestellt.


red/DB