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DB will entschiedener gegen randalierende Fußball-Fans vorgehen – Jährlich entstehen Schäden in Millionenhöhe

Sicherheitskräfte auf einem Bahnhof. (Foto: © DB AG / Pablo Castagnola)

Die Deutsche Bahn plant ein konsequenteres Vorgehen gegen randalierende Fußball-Fans. So will das Bahnunternehmen zunehmend Beförderungsverbote aussprechen. Im Jahr 2016 hatte die DB bereits 70 Fußball-Fans die rote Karte gezeigt.


DB-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke sagte am Sonntag in der NDR-Sendung „Sportclub“: „Zugpersonal wird im Zug durch Fans, die stark alkoholisiert sind, angegriffen, mitunter auch schwer verletzt. Das nehmen wir nicht mehr hin.“ Rischke weiter: „Der Fußball-Fan, der sich nicht an die Regeln hält, wird von der Fahrt ausgeschlossen und bekommt einen Ausschluss für einen langen Zeitraum. Wer trotzdem Zug fährt, begeht Hausfriedensbruch.“

Jedes Fußballwochenende reisen durchschnittlich 100.000 Fans mit Zügen zu den Spielen. Davon sei etwa ein Prozent gewaltbereit, so Rischke. Der Deutschen Bahn entstehen nach eigenen Angaben jedes Jahr zwei Millionen Euro Schaden durch die Reparatur zerstörter Züge und für zusätzliches Sicherheitspersonal.

Bahn-Sicherheitschef Rischke nimmt die Verbände und Vereine in die Pflicht: „Wir wünschen uns mehr Verantwortung und Kostenbeteiligung. Sicherheitskonzepte müssen auch An- und Abreise umfassen.“

Der Deutsche Fußball-Bund fühlt sich allerdings nicht zuständig.

Dem NDR teilte er mit: „Für das genannte Thema ist der DFB nicht originär verantwortlich. Die Zuständigkeit liegt hier in erster Linie bei der Bundespolizei und den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Der DFB liefert hier freiwillige Unterstützungsleistungen und sensibilisiert die Vereine für die Thematik.“

Die norddeutschen Fußball-Vereine aus den ersten drei Ligen lehnen eine Beteiligung an den entstandenen Kosten der Bahn ab.

Werder Bremen etwa argumentiert so: „Das ist eine populistische Forderung, die weder konstruktiv noch lösungsorientiert ist.“

Fahrgäste und Bahnpersonal sind zunehmend verängstigt. Eine Lösung ist nicht in Sicht.


red/NDR

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