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Stadler feiert Roll-out des neuen Hochgeschwindigkeitszuges Giruno (EC250)

© Stadler Rail

Der Zughersteller Stadler hat am Donnerstag (18. Mai 2017) im Beisein der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) den Roll-out des Niederflur-Hochgeschwindigkeitstriebzuges Giruno (EC250) gefeiert.


© Stadler Rail

In feierlichem Rahmen und mit der Bundespräsidentin Doris Leuthard als Ehrengast präsentierte der Schweizer Schienenfahrzeughersteller nach zweieinhalb Jahren Entwicklungs- und Bauzeit den neuen Hochgeschwindigkeitstriebzug Giruno, der auch als EC250 bezeichnet wird, zum ersten Mal im Fahrbetrieb. Für den neuen Gotthard-Zug, der mit speziellem Fokus auf Komfort und Kundenfreundlichkeit entwickelt worden ist, startet nun das Zulassungsverfahren für die vier Länder Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien. Ab Ende 2019 wird der Giruno durch den längsten Eisenbahntunnel der Welt fahren und die Schweizer Städte Zürich und Basel mit Mailand, und später auch mit Frankfurt verbinden. Insgesamt baut Stadler für die SBB 29 elfteilige Niederflur-Hochgeschwindigkeitstriebzüge. Die Bestellung ist überdies mit einer Option für 92 weitere Fahrzeuge verbunden.

Ende Oktober 2014 haben die Schweizerischen Bundesbahnen bei Stadler 29 elektrische Hochgeschwindigkeitszüge bestellt, um damit ab Ende 2019 via Gotthardbasistunnel Basel und Zürich mit Mailand zu verbinden. Weniger als zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung präsentierte Stadler im September 2016 den von der SBB “Giruno” genannten Zug an der weltgrössten Schienenfahrzeugmesse InnoTrans in Berlin in Form eines fünfteiligen Kurzzuges. Am Donnerstag feierte Stadler zusammen mit der SBB den Roll-out des elfteiligen Giruno. Der Roll-out markiert den Start der komplexen Zulassungsverfahren für die vier Länder.

Der Roll-out ist einer der wichtigsten Meilensteine im Entstehungsprozess eines technisch hochkomplexen Schienenfahrzeuges. Dem entsprechend ist es in der Branche üblich, dass dieser Moment gebührend gefeiert wird. Die spektakuläre Einfahrt des Giruno in Bussnang wurde von circa 500 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik live verfolgt. Auch Bundespräsidentin und Verkehrsministerin Doris Leuthard war für den Roll-out des Giruno nach Bussnang gereist.

Nachdem Doris Leuthard im Juni des vergangenen Jahres den neuen Gotthard-Basistunnel eröffnen konnte, feierte die Verkehrsministerin nun auch den Roll-out jenes Zuges, der ab 2019 durch den neuen Gotthard-Tunnel fahren wird.

„Der Giruno setzt neue Massstäbe – wie es die Schweiz mit dem Gotthard-Basistunnel getan hat. Darauf dürfen wir stolz sein. Ich gratuliere Stadler zu dieser Leistung und zum 75jährigen Jubiläum“, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard in Bussnang.

„Heute ist ein Tag zum Feiern – für unsere Kunden, besonders aber für Stadler. Ich gratuliere Stadler zum Jubiläum und zum rekordschnellen Roll-out unseres Giruno. Zuverlässige Lieferanten wie Stadler sind für die SBB die Grundlage, um die Stärken der Bahn ausspielen zu können: einfach, schnell, staufrei, persönlich und gut vernetzt mit anderen Verkehrsmitteln. Unser aktuell wichtigstes gemeinsames Projekt ist der Giruno. Züge wie der Giruno sind die Basis für eine moderne und konkurrenzfähige Bahn. Sie verbessern unter anderem unsere Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Verkehr: Wer mit dem Giruno reist, reist künftig zwischen Italien und der Schweiz am komfortabelsten“, sagte Andreas Meyer, CEO der SBB.

„Ich freue mich ausserordentlich, dass wir ausgerechnet in unserem Jubiläumsjahr den Roll-out dieses besonderen Zuges feiern dürfen. Der Giruno ist der weltweit erste serienmässig hergestellte Niederflur-Hochgeschwindigkeitstriebzug. Er wird durch den weltweit längsten Eisenbahntunnel fahren und er ist der erste Zug, der das Schweizerische Behindertengleichstellungsgesetz vollumfänglich erfüllt. Ich bin sehr stolz auf alle, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben und weiterhin beitragen werden. Die Leistung der beiden Projektteams, diesen Zug in nur 30 Monaten zu entwickeln und zu bauen, ist sensationell“, sagte Peter Spuhler, Group CEO und Eigentümer von Stadler.

Spuhler wie auch Meyer betonten am Roll-out die aussergewöhnlich gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Projektteams, welche massgeblich zum schnellen Projektfortschritt beigetragen habe.

Stadler EC250: Schweizer Zughersteller präsentiert neuen Hochgeschwindigkeitszug

Für die Entwicklung des Giruno wurden bewährte Technologien auf Basis des Erfolgsprodukts FLIRT mit den betrieblichen Anforderungen des neuen Gotthard-Basistunnels kombiniert. Stufenfreies Eintreten sowohl von Bahnsteigen mit 55 cm als auch mit 76 cm Höhe, die Berücksichtigung der speziellen Anforderungen im Gotthard–Basistunnel hinsichtlich Druckschutz und Klimatisierung sowie die fortschrittliche thermische und akustische Isolation setzen einen neuen Standard für Bahnreisen im Fernverkehr.

Der Giruno ist mit besonderem Fokus auf Komfort und Kundenfreundlichkeit entwickelt worden, insbesondere für Familien, Senioren und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Der Niederflureinstieg, für einen serienmässigen Hochgeschwindigkeitstriebzug ein Novum, macht für Fahrgäste das Einsteigen zum Eintreten. Im Innenraum erwartet Passagiere ein geräumiges und hell gestaltetes Interieur mit einem modernen Beleuchtungskonzept. Damit auch auf langen Tunnelstrecken keine Langeweile aufkommt, fährt der Giruno mit weiteren Komfortmerkmalen auf: Er verfügt über 4G-/3G- Mobilfunkverstärker , Steckdosen an allen Sitzplätzen, grosse Gepäckablagen und geschlechtergetrennte sowie behindertengerechte Toiletten. Die Züge bieten auf 202 Metern Länge 405 Fahrgästen Sitzplätze, davon sind 117 in der 1. Klasse und 288 in der 2. Klasse. Multifunktionsabteile- und ein Fahrradabteil ergänzen das Platzangebot sinnvoll.

Der Giruno wird nach TSI-Highspeed zertifiziert und wird alle Anforderungen an die Kollisionssicherheit nach DIN EN15227 erfüllen. Vor der Inbetriebnahme wird der Hochgeschwindigkeitszug im Klima-Wind-Kanal in Wien getestet. Die maximale Geschwindigkeit beträgt, wie der Name verspricht, 250 km/h. Die erforderliche Leistung wird über vier motorisierte Drehgestelle auf die Schiene gebracht, wobei beide Achsen der Motordrehgestelle angetrieben sind. Die maximale Leistung am Rad beträgt 6000 kW. Auf dem Dach sind vier Stromabnehmer montiert. Die Züge können bei Bedarf in Doppeltraktion geführt werden. Der Giruno wird neben der Schweiz auch für Deutschland, Österreich und Italien die Zulassung erhalten.


red/Stadler

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