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Wie eine Hochleistungswaschmaschine das Gleisbett reinigt

Schotterrecyclingzug, Schwellen, Bauzug

© Deutsche Bahn

In den Sommerferien kommt zwischen Westhofen – Schwerte und Heide eine „Hochleistungsbettungsreinigungsmaschine mit integriertem Schotterwaschmodul und Abwasserkläranlage“, abgekürzt RM 95-800 W, zum Einsatz. Die Maschine sorgt dafür, dass auf einer Länge von rund 11 Kilometern etwa 42.000 Tonnen Schotter recycelt werden.


Schotterrecyclingzug, Schwellen, Bauzug

© Deutsche Bahn

Schotter muss eckig sein, damit sich das Schotterbett gut verzahnt und den Belastungen des Zugverkehrs standhält. Nach rund 25 Jahren sind die eckigen Kanten des Schotters abgenutzt und werden leicht rund. Außerdem verschmutzen Bremsstaub und Pflanzen den Schotter. So kann Oberflächenwasser schlechter abfließen – und das setzt der Qualität des Schotters zu. Dann kommt die Bettungsreinigungsmaschine zum Einsatz, um das Schotterbett zu säubern, zu schärfen und zu erneuern. Der Zug hat mit seinen Förderbandwagen eine Länge von insgesamt rund 400 Meter, allein die Maschinenlänge beträgt 168 Meter.

Der Schotter wird durch Siebe gerüttelt, damit kleine, unbrauchbare Bestandteile entsorgt werden. Anschließend wird der verbliebene Schotter in der sogenannten „Prallmühle“ wieder scharfkantig aufgearbeitet. In der Hochleistungswaschmaschine wird der Schotter gewaschen und wieder im Gleisbett verbaut. Der 25 Millionen Euro teure Zug schafft pro Stunde rund 100 Meter Schotterrecycling.

Von den 42.000 Tonnen Schotter können durch die Bearbeitung des Zuges 25.000 Tonnen wiederverwendet werden. 17.000 Tonnen Neuschotter ergänzen dann das neue Gleisbett. Durch die Schotteraufbereitung werden ca. 2.000 Fahrten mit LKW-Sattelzügen, das entspricht eine Einsparung von ca. 150.000 Straßenkilometer. Die schädliche Abgasemission durch LKW´s wird erheblich reduziert. Die Reststoffe werden bei einem Entsorgungsunternehmen dem Recyclingkreislauf zugeführt. Sie werden an anderen Stellen, im Straßenbau etwa als Splitt oder Brechsand, wiederverwendet.

Schotterrecyclingzug, Schwellen, Bauzug

© Deutsche Bahn

Der größte Teil der in Deutschland eingesetzten Materialien in der Infrastruktur der Bahn ist Schotter. Wenn möglich, bereitet die Bahn dabei den ausgebauten Schotter wieder auf und setzt ihn als Recyclingschotter erneut ein. Im Jahr 2016 waren von insgesamt rund 3,7 Millionen Tonnen Schotter, die bundesweit auf dem Streckennetz eingebaut wurden, rund 670.000 Tonnen Recyclingschotter, der zuvor an anderer Stelle ausgebaut wurde. Der Anteil des eingesetzten Recyclingschotters liegt damit bei rund 16,8 Prozent.

Zusätzlich kommen 1,5 bis 2 Millionen Tonnen Schotter hinzu, die jedes Jahr mit mobilen Aufbereitungszügen direkt am Gleis aufbereitet und wieder eingesetzt werden.


red/DB

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