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13 Stunden ohne Pause offenbar keine Seltenheit – EVG fordert scharfe Arbeitszeitkontrollen im Schienengüterverkehr

© Bahnblogstelle

Wie Recherchen von mobifair offenbar ergaben, fuhr ein Lokführer fast 13 Stunden ohne Pause quer durch Deutschland. Und das sei kein Einzelfall, denn diese Züge laufen planmäßig und meist ohne Lokführerwechsel. „Eine absolutes Risiko auf der Schiene“, sagt Helmut Diener, Vorsitzender des Vereins. mobifair hat den Vorfall bei der Gewerbeaufsicht und dem Eisenbahnbundesamt angezeigt. Der Chef der Verkehrsgewerkschaft EVG, Alexander Kirchner fordert als Konsequenz deutlich schärfere Arbeitszeitkontrollen im Bereich des Schienengüterverkehrs. „Solche Vorkommnisse sind nicht nur skandalös, sie sind auch gefährlich für den Zugbetrieb und gehören deshalb unterbunden“, so Kirchner.

Nach Auffassung des EVG-Vorsitzenden müssten mehrere Missstände dringend beseitigt werden, die solche Auswüchse begünstigten. Zum einen müsse die Kompetenz, Arbeitszeiten zu kontrollieren, zum Eisenbahnbundesamt als Aufsichtsbehörde verlagert werden. Derzeit seien dafür die Gewerbeaufsichtsämter in den Ländern verantwortlich, die sich für den Bereich Eisenbahn aber nicht unbedingt zuständig fühlen. Außerdem greift der Gewerkschafter eine alte mobifair-Forderung auf: „Wir brauchen endlich einen Tachographen auf der Lok, damit die Fahrzeiten besser erfasst und Manipulationen ausgeschlossen werden können“, mahnte Kirchner an.

Zum anderen bedürfe es strengerer Regeln für Subunternehmer und den Einsatz von selbstständigen Lokführern. Im vorliegenden Fall hatte eine Tochter von DB Cargo einen Subunternehmer mit der Durchführung der Fahrt beauftragt, der wiederum einen sogenannten selbstständigen Lokführer einsetzte.

Helmut Diener berichtet über weitere Details der problematischen Situation im Schienengüterverkehr: Mittlerweile sei es bei vielen Lokübergabestellen nicht mehr möglich, nachzuvollziehen, wer sich alles auf dem Bahngelände bewege. Ausweise oder Berechtigungspapiere würden kaum verlangt, die Arbeitsabläufe bei der Übergabe von Güterzügen seien unzureichend. Lokführer meldeten sich häufig nicht persönlich sondern nur noch telefonisch und bekämen so auch nur per Telefon mitgeteilt, auf welchem Gleis die Lok, mit dieser sie den Zug fahren sollen, steht. Wer also tatsächlich den Zug fahre oder welche Qualifikation er habe, wisse niemand. „Allein aus Gründen der Sicherheit sind diese Zustände unhaltbar“, sagt er.

red/mobifair

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