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„Ein Chef zum Anfassen“: DB-Vorstand Huber im Gespräch mit vier Lokführer-Azubis (mit Videos)

v.l.n.r. Markus Boeck und Sascha Matecka, Auszubildende bei DB Cargo; Berthold Huber, Vorstand Verkehr der Deutschen Bahn AG; Riccardo Riccoboni und Lukas Löhr, Auszubildende bei der S-Bahn München (Foto: © Bahnblogstelle)

So eine Chance bekommen junge Eisenbahner nicht oft: Vier Auszubildende der Deutschen Bahn trafen am Montagvormittag in der Münchner DB-Zentrale auf Berthold Huber, einem der derzeit wohl wichtigsten Köpfe im Bahnkonzern. Huber ist Mitbegründer des Projekts „Zukunft Bahn“ und zuständig für den Konzernbereich Personenverkehr. Zudem verantwortet der 53-jährige DB-Manager vorübergehend auch den Bereich Gütertransport und Logistik.


Azubi Riccardo Riccoboni übergibt ein selbst gezeichnetes Bild an DB-Vorstand Huber (Foto: © Bahnblogstelle)

Über eine Stunde lang nahm sich der Bahnmanager aus der oberen Konzernführung der Deutschen Bahn Zeit, um mit vier angehenden Lokführern in lockerer und gemütlicher Runde über die Zukunft der Eisenbahn in Deutschland zu sprechen. „Ich würde heute auch Lokführer werden“, verriet Huber zu Beginn des Treffens. Er habe großen Respekt vor der Arbeit seiner Kollegen, egal ob sie nun im Personen- oder im Güterverkehr tätig sind. Als Lokführer habe man gute Weiterentwicklungsmöglichkeiten innerhalb der DB-Familie, betonte der erfahrene Bahnmanager.

Auch das Thema Digitalisierung und Automatisierung kam zur Sprache: Denn die Bahn müsse sich mit der Zeit bewegen, so Huber. Wo er zunächst Optimierungspotentiale sieht, sei unter anderem bei der Einführung von automatischen Mittelpufferkupplungen im Güterverkehr oder dem Einsatz von Robotertechnik im Rangierdienst. Denn dort koste besonders das Verschieben der Wagen und das Zusammenstellen der Züge viel Zeit und vor allem Geld. Allerdings wiesen auch die DB-Cargo-Azubis daraufhin, dass viele Tätigkeiten, die heute vom Rangierpersonal und von Lokführern getan werden, nicht 1 zu 1 durch eine Automatisierung zu ersetzen sind. Ladungsüberreste oder eventuelle Schäden am Rollmaterial könne man nur durch eine persönliche Wagenprüfung, wie sie heute stattfindet, feststellen, sagte DB-Cargo-Azubi Markus Boeck. Und auch S-Bahn-Azubi Lukas Löhr betrachtet das Thema Automatisierung bislang eher skeptisch. „Wenn mir da die Möglichkeit zum Eingriff genommen wird, damit kann ich nicht leben – noch nicht“, sagte Löhr. Er wolle sich aber überraschen lassen, so der 22-Jährige.

Video: „Lokführer haben große Verantwortung“

Video: „Digitalisierung und Automatisierung im Bahnbetrieb“

Video: „Mehr Kooperation statt Wettbewerb“

Für alle vier anwesenden Auszubildenden ist der Job des Lokführers nach wie vor ein Traumberuf – teilweise seit frühen Kindheitstagen, wie die überzeugten Azubis verrieten. Auch wenn sich das Berufsbild des Lokführers in den nächsten Jahrzehnten sicher verändern werde, könne Huber die Befürchtungen, das Lokführer keine Zukunft haben, nicht teilen. „Lokführer werden noch sehr lange gebraucht. Wir haben eher zu wenig, als zu viele“, sagte der Chef des DB-Personenverkehrs.

Huber ist nicht nur „ein Chef zum Anfassen“: Wie er verriet, komme er hin und wieder sogar mit Fahrgästen ins Gespräch. Die meisten Menschen erkennen ihn jedoch nicht, wenn er mit der Bahn reist. „So oft bin ich nicht in der Zeitung abgebildet, dass mich die Leute dauernd erkennen.“ Aufgrund seiner vielen Bahnreisen freue er sich ganz besonders auf die bevorstehende Eröffnung der neuen ICE-Trasse VDE 8.1 (Bahnblogstelle berichtete). „Hin und wieder nutze ich heute das Flugzeug – ab Dezember werde ich allerdings nur noch mit dem Zug von München nach Berlin reisen“, so Huber. Dann wird die rund 500 Kilometer lange Strecke mit dem ICE in rund vier Stunden bewältigt.


red

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