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BAV: Exekutivrat des Güterverkehrskorridors Rhein-Alpen will internationale Zusammenarbeit stärken

© DB AG / Uwe Miethe (Symbolbild)

Vertreter der Verkehrsministerien der Niederlande, Belgiens, Deutschlands, der Schweiz und Italiens haben im Exekutivrat des Schienengüterverkehrs-Korridors Rhein-Alpen eine Aufarbeitung des Streckenunterbruchs bei Rastatt beschlossen. Nach einer Mitteilung des Schweizer Bundesamtes für Verkehr (BAV) ist es für den Exekutivrat zentral, dass die bestehenden Organe künftig ihre Möglichkeiten besser ausschöpfen, um eine international abgestimmte Bewältigung von Ereignissen wie der Rheintalsperre zu gewährleisten.


Der Exekutivrat des Güterverkehrskorridors Rhein-Alpen hat sich an einer ausserordentlichen Sitzung in Gallarate (Italien) mit den Konsequenzen des siebenwöchigen Unterbruchs der Rheintalbahn (von Mitte August bis Anfang Oktober 2017) für den internationalen Güterverkehr auseinandergesetzt. Er beschloss eine gründliche Aufarbeitung des Ereignisses und die Stärkung des Gesamtsystems für den Schienengüterverkehr im Hinblick auf allfällige weitere Ereignisse. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf der verbindlichen Festlegung von Umleitungstrecken mit genügend Kapazität liegen.

Ein wichtiger Diskussionspunkt des Treffens waren die organisatorischen Defizite, die sich in der Beseitigung der Sperre bei Rastatt sowie dem Krisenmanagement während der Sperre zeigten. Nach Auffassung des Exekutivrats kann ein solches Problem mit derartigen Auswirkungen auf internationaler Ebene nur in transnationaler Kooperation gelöst werden. Hierfür steht mit den Organen der Europäischen Güterverkehrskorridore (Exekutiv- und Verwaltungsrat) bereits die notwendige Organisationsstruktur zur Verfügung. Durch eine bessere Ausschöpfung der Kompetenzen der Korridorgremien soll auf operativer Ebene sichergestellt werden, dass künftig bei einem vergleichbaren Ereignis die Auswirkungen dank rascherer Einleitung von Sofortmassnahmen und klarer Zuständigkeiten möglichst gering gehalten werden können.

Aus Sicht der Schweiz müssen bei einem zukünftigen Ereignis die Bedürfnisse des internationalen Schienengüterverkehrs bei der Wiederherstellung prioritär berücksichtigt werden. Es sind rasch genügend Umleitungstrassen in ausreichender Qualität (z.B. betreffend Länge der Güterzüge) zu sichern. Auf den Ausweichstrecken soll eine vorübergehende Priorisierung des Güterverkehrs gegenüber dem Personenverkehr geprüft werden. So kann die Funktionsfähigkeit des europäischen Schienennetzes und des Güterverkehrs verbessert werden.

Der Exekutivrat setzt sich aus Vertretern der Verkehrsministerien der Anrainerstaaten des Korridors zusammen. Die Schweiz war mit dem stellvertretenden Direktor des Bundesamts für Verkehr (BAV), Pierre-André Meyrat, vertreten. Der Exekutivrat wird sich am 11./12. Dezember 2017 an einer weiteren Sitzung mit den Folgen des Streckenunterbruchs bei Rastatt auseinandersetzen.


red/BAV

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