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Vollständige Inbetriebnahme der VDE 8 – Allianz pro Schiene: „Ein Grund weniger für Flüge innerhalb Deutschlands“

© Deutsche Bahn AG

Wenn zum Fahrplanwechsel am Sonntag (10. Dezember 2017) die ersten Reisenden auf der neuen ICE-Schnellstrecke weniger als vier Stunden unterwegs sind, dann bietet der Luftverkehr zwischen Berlin und München aus Sicht des Branchenverbandes Allianz pro Schiene keinen Zeitvorteil mehr.


Saale-Elster-Talbrücke, VDE 8, Berlin München, ICE, DB

© Deutsche Bahn

Wie der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Freitag in Berlin sagte, gebe es ab sofort noch einen Grund weniger, um für Reisen innerhalb Deutschlands den Flieger zu nehmen. „Bisher gehörte die Strecke Berlin – München zu den am häufigsten gebuchten innerdeutschen Flugrouten. Trotz des vom Bund weiterhin subventionierten Flugverkehrs ist eine Verdoppelung des Bahn-Marktanteils von aktuell 20 Prozent für die neue schnelle ICE-Verbindung realistisch“, so Flege. Nach Prognosen der Deutschen Bahn könnte der Marktanteil der Bahn künftig auf 40 Prozent wachsen und den des Fliegers übertreffen.

Fahrzeit unter vier Stunden: Schwellenwert für Reisen mit der Bahn 

„Eine Fahrzeit von weniger als vier Stunden ist für Fahrgäste ein psychologischer Schwellenwert bei der Entscheidung für die Bahn“, sagte Flege. Doch um das gewaltige Potenzial der schnellen ICE-Strecken im großen Maßstab zu heben, sei jetzt die Politik am Zug. „Damit Flieger und Bahn auch beim Preis in einen fairen Wettbewerb treten können, sollte die neue Bundesregierung unzeitgemäße Wettbewerbsvorteile des umweltschädlichen Flugverkehrs abschaffen“, forderte Flege.

Unfaire Wettbewerbsbedingungen zwischen Flieger und ICE

Der Branchenverband weist darauf hin, dass die politischen Rahmenbedingungen zwischen Flieger und Bahn eine politische Begünstigung des Fliegers bei den Energiesteuern, bei der Mehrwertsteuer, beim Emissionshandel und bei den Fahrgastrechten zeigen. Das Umweltbundesamt (UBA) rechne vor, dass dem Bund durch die wettbewerbsverzerrende Freistellung des Flugverkehrs von der Kerosinsteuer rund sieben Milliarden Euro an Steuern pro Jahr entgehen. Die Mehrwertsteuerbefreiung grenzüberschreitender Flüge macht laut UBA noch einmal rund fünf Milliarden Euro aus. Während der klimaschädliche Luftverkehr keinen Beitrag zur Finanzierung der Energiewende leistet, zahlen Bahnunternehmen in Deutschland EEG-Umlage und die im EU-Vergleich zweihöchste Stromsteuer. „Die Bahn hat das Potenzial, den innerdeutschen Flugverkehr entbehrlich zu machen. Doch die Politik hat es in der Hand, dafür die richtigen Weichen zu stellen“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.


red/ApS

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