Ausland

Niederlande: ProRail plant Pilotversuche mit selbstfahrenden Zügen

© ProRail

Das niederländische Eisenbahninfrastrukturunternehmen ProRail beabsichtigt gemeinsam mit dem Bahntechnikhersteller Alstom ab 2018 mindestens einen Test mit einem selbstfahrenden Zug durchzuführen.


Die Abkürzung ATO steht für „Automatic Train Operation“, dem automatisierten Fahrbetrieb, bei dem die Zugsteuerung ganz oder teilweise vom Fahrzeugrechner übernommen wird. Je nach gewählter Stufe wird der Zugverkehr und die Arbeit des Lokführers von Stufe 1 mit unterstützenden Funktionen bis zum vollständigen Betrieb mit Stufe 4 übernommen. Nach Angaben von ProRail habe ein automatischer Betrieb mehrere Vorteile: So könne zum Beispiel die Zugfolge erhöht werden, was zu einer Steigerung der Streckenkapazität führen würde, da die Abstände zwischen den einzelnen Zügen verringert werden. Zudem wird erwartet, dass sich durch ATO der Energieverbrauch reduziert.

Erster Test auf der Betuwe-Route

Der Test, den ProRail plant, konzentriere sich auf die Anwendungen für den Güterverkehr und soll auf der mit dem European Rail Traffic Management System (ERTMS) ausgerüsteten Betuwe-Route durchgeführt werden. ERTMS unterstützt das automatische Fahren besser als die klassischen nationalen Zugsicherungssysteme. ProRail und der Bahntechnikhersteller Alstom arbeiten bei diesem Projekt zusammen. Laut einer Pressemitteilung von ProRail laden die Projektverantwortlichen auch andere Marktparteien und europäische Kollegen zu diesem Pilotversuch ein. Für einen zweiten Test finden zudem Gespräche mit der Provinz Groningen statt. Dieser Test konzentriere sich dann auf den Personenverkehr mit dem Ziel zu untersuchen, was der automatische Zugbetrieb für die Kapazitätserweiterung auf dem Schienennetz bedeute.

Ziel von ProRail sei es, aus diesen Tests gemeinsam mit den Marktparteien so viel wie möglich zu lernen und dieses Wissen mit allen Beteiligten zu teilen. Um den automatischen Zugbetrieb zu implementieren, müsse viel getan werden, sowohl auf der Länderseite als auch in der Ausrüstung. Laut ProRail sind Lokführer und Fahrdienstleiter eng in diese Tests und Entwicklungen eingebunden.


red

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