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Zugkollision zweier Güterzüge im November 2013 ist auf betriebliche Fehlhandlungen zurückzuführen

Quelle: BEU

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Vor rund vier Jahren ereignete sich im Bahnhof Hosena eine schwere Zugkollision, bei der einer der Triebfahrzeugführer leicht verletzt wurde. Bei dem Vorfall war ein einfahrender Güterzug auf einen zweiten ausfahrenden Güterzug aufgefahren. Nach Informationen der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro. Fahrzeuge und Infrastruktur wurden erheblich beschädigt.


Unfallhergang

Am 11. November 2013 kam es gegen 18:26 Uhr im Bahnhof (Bf) Hosena, Gleis 4 etwa in km 88,485 zu einer Kollision zweier Güterzüge. Hierbei fuhr der einfahrende GM 61649 auf den aus dem Bf Hosena ausfahrenden DGS 90981 auf.

Der Güterzug DGS 90981 wurde zuvor im Anschlussgleis des Bf Hosena mit Schotter beladen und fuhr gegen 16:51 Uhr nach Senftenberg. Dort wurde der Zug umgespannt, um anschließend wieder über Hosena nach Schwarzkollm fahren zu können. Dieser Zuglauf wurde notwendig, da nach einem gefährlichen Ereignis 2012 im Bahnhof Hosena aufgrund des Bauzustandes ein Umspannen des Triebfahrzeuges hier nicht möglich war. Der Güterzug fuhr gegen 18:14 Uhr in den Bf Hosena nach Gleis 4 und sollte nach Überholung durch den RE 26057 nach Schwarzkollm weiterfahren.

Obwohl das Gleis 4 durch den gerade in der Ausfahrt befindlichen DGS 90981 noch besetzt war, erhielt der ebenfalls aus Richtung Brieske kommende GM 61649 zwischenzeitlich Einfahrt nach Gleis 4 in den Bf Hosena. Auch dieser sollte den Bf Hosena in Richtung Schwarzkollm durchfahren.

Quelle: BEU

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Auswertung und Schlussfolgerungen

Auf Grundlage der durchgeführten Untersuchungen ist davon auszugehen, dass der GM 61649 auf einer gesicherten Zugfahrstraße mit Fahrtbegriff in das durch den DGS 90981 besetzte Gleis 4 in Hosena eingelassen wurde. Dies wird durch den ausgewerteten Fahrtverlauf des GM 61649 mittelbar bestätigt, da am maßgeblichen Einfahrsignal Z keine 2000 Hz Beeinflussung aufgezeichnet wurde und das Signal somit einen Fahrtbegriff zeigte. Die Ursache der Kollision am 11. November 2013 ist zweifelsfrei auf betriebliche Fehlhandlungen zurückzuführen.

Da der Zug 90981 im Zugmeldebuch der Strecke Schwarzbach – Schwarzkollm nicht eingetragen war, sondern der Zug 61649 bereits vorgetragen wurde, ist der Zug 90981 vermutlich im Gleis 4 „vergessen“ worden und es ist davon auszugehen, dass der Zug 61649 eine Durchfahrt durch das Gleis 4 bekommen sollte.

Durch den Fahrdienstleiter und den Weichenwärter wurde keine ordnungsgemäße Fahrwegprüfung durchgeführt. Beide hätten hierbei erkennen müssen, dass das Gleis 4 noch durch den DGS 90981 besetzt war. Auch wenn die Beleuchtungssituation zur Fahrwegprüfung bei Dunkelheit erst im Nachgang des Ereignisses optimiert wurde, hätten die eingesetzten Betriebspersonale – vor Zulassung der Zugfahrt – das Freisein ihres Fahrwegprüfbezirkes im Zweifelsfall durch Hinsehen vor Ort feststellen müssen.

Getroffene Maßnahmen

Durch die DB Netz AG, wurden alle Fahrdienstleiter und Weichenwärter der Produktionsdurchführung, im Rahmen des Fit und bei Dienstpostenkontrollen mit einer Sonderbelehrung „Fahrwegprüfung“ und „Zeitpunkt der Abgabe von Zustimmungen zur Fahrt“ auf die Problematik hingewiesen.

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Elektronischen Stellwerks im Bahnhof Hosena wurde dieser mittlerweile mit einer selbsttätigen Gleisfreimeldeanlage ausgerüstet und die Beleuchtung der Bahnhofsgleise wurde nach dem Ereignis angepasst.

→ Zum Untersuchungsbericht


red/BEU

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