Bahnbetrieb und Eisenbahnunternehmen

Schnellfahrstrecke Berlin-München seit 100 Tagen in Betrieb – DB-Fernverkehrs-Chefin zieht positive Zwischenbilanz

© Deutsche Bahn

Seit mittlerweile über dreieinhalb Monaten ist die neue ICE-Verbindung zwischen Berlin und München in Betrieb. Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke über Nürnberg, Erfurt und Leipzig/Halle (Saale) verbindet die beiden Metropolen in rund vier Stunden und ist damit eine echte Alternative zum Inlandsflug. In München zog die Chefin des DB Fernverkehrs, Birgit Bohle, am Dienstag (27. März 2018) eine positive Zwischenbilanz nach den ersten 100 Betriebstagen.


Im ICE-Sprinter mit bis zu 300 km/h über die neue Schnellfahrstrecke: Mit dem ICE 3 brauchen Bahnkunden seit mittlerweile 100 Tagen für die rund 623 Kilometer lange Strecke zwischen der deutschen Bundes- und der bayerischen Landeshauptstadt weniger als vier Stunden. Aktuell fahren drei Sprinterzüge pro Tag und Richtung. Zusätzlich verkehren 15 normale ICE-Züge mit häufigeren Halten und einer Fahrzeit von rund 4,5 Stunden.

Von anfänglichen Problemen zum Fahrgastrekord

Mit Beginn des Fahrplanwechsels am 10. Dezember 2017 war es zu anfänglichen technischen Schwierigkeiten sowie zu Nachwirkungen des Wintereinbruchs gekommen. In der Folge fielen zahlreiche Züge aus oder erreichten ihr Ziel nur mit erheblicher Verspätung. „Die Strecke ist holprig und nicht mit der Qualität gestartet, die wir unseren Kunden versprochen haben“, sagte die Chefin des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, Birgit Bohle, am Dienstag in München. „Das hat uns selbst am meisten geärgert.“

Doch trotz der Probleme zur Betriebsaufnahme übertreffen die heutigen ICE-Sprinter in puncto Pünktlichkeit und Fahrgastzahlen alle Prognosen der Bahn. Denn die schnellen ICE 3-Züge verzeichnen derzeit eine Pünktlichkeit von rund 90 Prozent und liegen damit weit über dem sonstigen Fernverkehrsdurchschnitt von 81,2 Prozent (Januar/Februar 2018).

Laut Bohle liegt die Fahrgastauslastung im ICE-Sprinter bei durchschnittlich 70 Prozent. Mit der großen Nachfrage – auch auf den normalen ICE-Verbindungen – hat die Bahn nicht gerechnet. Über eine Million Fahrgäste nutzten im Zeitraum der ersten 100 Tage die neue Strecke, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum zwischen Berlin und München. Die Bahn verkauft derzeit täglich über 11.000 Fahrkarten für diese Verbindung. „Aufgrund des großen Erfolgs werden wir das Angebot auf der Strecke ausbauen“, so Bohle.

Zwei zusätzliche ICE-Sprinter / ICE 4 ersetzen ICE-T

Wegen des großen Fahrgastaufkommens werden ab Dezember 2018 fünf ICE-Sprinter pro Tag und Richtung eingesetzt. Zudem soll die neueste Zuggeneration, der ICE 4, auf der Relation Berlin-München für die sonstigen Verbindungen zum Einsatz kommen und derzeitige ICE-T ersetzen. Damit erhöht sich die Kapazität um insgesamt 3.000 zusätzliche Sitzplätze pro Tag.

Für kurzfristige Verbesserungen sollen aber bereits jetzt längere Züge sorgen. So lässt die Bahn vereinzelte ICE-T in Doppeltraktion verkehren und verdoppelt damit die Sitzplatzkapazitäten auf einigen Wochenendverbindungen.

Weitere Anpassungen ab Ende 2018

Reisende in Ingolstadt können ab Ende 2018 täglich einmal um 10:30 Uhr direkt nach Berlin fahren. Ergänzend fahren künftig drei weitere schnelle Umsteigeverbindungen von und nach Berlin. Auch in Franken wird das Angebot noch besser: Ab Ende 2018 werden in Bamberg 27 ICE-Züge am Tag etwa stündlich halten. In Erlangen wird das Angebot auf 19 Züge und zweistündliche ICE-Halte ausgeweitet. In Coburg, wo die ICE-Halte mit über 300 Reisenden pro Tag gut angenommen werden, baut die DB das Angebot um einen ICE aus, der samstagsvormittags über Berlin nach Warnemünde fahren wird. Zudem wird es eine neue Direktverbindung zwischen Berlin und Wien via Nürnberg geben.


red

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