Fahrzeuge und Fahrzeugtechnik

KombiRail und KSW: Testbetrieb mit moderner Elektrolokomotive vom Typ TRAXX AC 3 Last Mile

Im April 2018 hatte die KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH die Möglichkeit, eine der modernsten Elektrolokomotiven die derzeit am Markt erhältlich sind, zu testen: die Bombardier TRAXX AC 3 Last Mile (Baureihe 187). Sie ist zusätzlich mit einem Dieselhilfsmotor ausgestattet und kann somit kurze Strecken sogar nur mit Hilfe einer Batterie bewältigen. Die Testfahrten fanden in den überregionalen Stahlverkehren auf den Strecken vom Dortmunder Hafen und von Ginsheim-Gustavsburg statt.


„Es ist das erste Mal seit den 1960er Jahren, dass wir eine E-Lokomotive in unseren eigenen Verkehren einsetzen“, sagt Kreisbahn-Geschäftsführer Christian Betchen. Bisher setzt die KSW ausschließlich auf Dieselloks, die überwiegend auf regionalen Nebenstrecken ohne die für Elektro-Lokomotiven erforderliche Oberleitung unterwegs sind.

Die Bombardier TRAXX AC 3 Last Mile wurde 2011 als Prototyp auf der weltweit größten Logistikmesse „transport logistic“ in München vorgestellt. Das Besondere: Mit der „Last Mile“-Funktion gehört der Wechsel von einer elektrischen Lokomotive hin zu Rangier- oder regulären Dieselloks auf nicht-elektrifizierten Streckenabschnitten der Vergangenheit an. „Das erhöht die Flexibilität für die Bedienung von Terminals, Werksbahnhöfen und Hafenbahnstrecken und sorgt für niedrigere Kosten und eine höhere Effizienz des Schienenverkehrs“, so Betchen.

Die relativ wenigen Modelle dieser Baureihe sind alle bei ihren Eigentümern im Dauereinsatz. „Eigentlich kommt man an diese Lok selbst für Testfahrten derzeit überhaupt nicht heran“, erläutert Betchen. „Dass uns das gelungen ist, verdanken wir unserem Partner KombiRail, einer indirekten Beteiligungsgesellschaft der Kombiverkehr mit der wir das Südwestfalen Container-Terminal in Kreuztal betreiben werden.“ Für Thomas Knechtel, Managing Director von KombiRail Europe B.V., war es wegen des engen Kontakts zur Betriebsleitung der KSW und seiner regionalen Verbundenheit keine Frage diesen gemeinsamen Test zu ermöglichen: „Als erfahrener E-Traktionär im grenzüberschreitenden Verkehr unterstützen wir unsere Partner gerne dabei, fundierte Betriebserfahrung mit neuen Antriebstechnologien zu sammeln und die Leistungsfähigkeit des Equipments auf den Prüfstand zu stellen.“

Mit den Testfahrten verfolgte die Kreisbahn verschiedene Ziele, erläutert Landrat Andreas Müller, Vorsitzender des Aufsichtsrates der KSW: Zum einen wollte man die Belastungsfähigkeit des Diesel-Hilfsmotors auf den tatsächlichen Streckenprofilen im Stahltransport ausgiebig im Echtbetrieb ermitteln. Zugleich sollten die Testfahrten überprüfbare Verbrauchsdaten liefern, um am Ende die Betriebskosten von reinen Diesel- und Elektroloks auf der topographisch anspruchsvollen Ruhr-Sieg-Strecke an Hand konkreter Zahlen vergleichen zu können. Laut Müller sollte bei diesem Testlauf außerdem die Zusammenarbeit mit KombiRail Europe B.V. für künftige Verkehrsprojekte in den Bereichen Lokomotiven- und Personaleinsatz erprobt werden.


red

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