Verkehrspolitik und Regulierung

Allianz pro Schiene: „Stadtbahn-Ausbau bester Schutz vor Fahrverboten“

Unmittelbar vor Beginn der ersten Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge hat die Allianz pro Schiene an Bund, Länder und Kommunen appelliert, in einem gemeinsamen Kraftakt den schienengebundenen Nahverkehr in den Ballungsräumen attraktiver zu machen. „Der Stadtbahn-Ausbau ist für jede Metropolregion mittel- und langfristig der beste Schutz vor Fahrverboten“, sagte der Geschäftsführer des Verkehrsbündnisses, Dirk Flege, am Mittwoch in Berlin mit Verweis auf aktuelle Umweltkennzahlen des Umweltbundesamtes.


Quelle: Allianz pro Schiene

„Straßen-, Stadt- und U-Bahnen stoßen pro Person und Kilometer lediglich ein Sechstel soviel Stickoxide aus wie ein durchschnittlicher Pkw“, sagte Flege. Auch die Treibhausgasemissionen seien nicht einmal halb so hoch. Noch größer sei der Vorteil der Bahnen beim Flächenverbrauch: Die Eisenbahn brauche pro beförderter Person lediglich 7 Quadratmeter Platz, der Pkw dagegen 100 Quadratmeter. „Ein attraktives Stadtbahn-Angebot sorgt für saubere Luft, schont das Klima und vermeidet Staus“, so der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.

Gerade Hamburg habe in Sachen nachhaltiger Mobilität „erwiesenermaßen Nachholbedarf“, monierte Flege. Beim Ende 2016 veröffentlichten „Bundesländerindex Mobilität und Umwelt“ habe Hamburg den letzten Platz von 16 Bundesländern belegt und müsse sich nun „als erste Großstadt mit Fahrverboten rumschlagen“. Ein aktualisiertes Bundesländerranking veröffentlichen die Allianz pro Schiene, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) im November dieses Jahres. Neben der Luftqualität fließen Klimaschutz, Flächenverbrauch, Lärmminderung und Verkehrssicherheit in die Bewertung mit ein.

„Wir wünschen uns, dass die Politik auf allen Ebenen genauso intensiv über die Angebotsausweitung im Öffentlichen Nahverkehr diskutiert wie über die Hardware-Nachrüstung von Diesel-Pkw. Schließlich hat die Bundesregierung sich in der Koalitionsvereinbarung das Ziel gesetzt, die Fahrgastzahlen auf der Schiene bis 2030 zu verdoppeln. Die Weichen für diese Zielerreichung sind allerdings noch nicht gestellt“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.


red/ApS

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