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IHK-Verkehrskonzept: Mit 230 zusätzlichen Straßenbahnen, S- und U-Bahnzügen gegen den Berliner Verkehrskollaps

© Pixabay (Archivfoto)

Die IHK Berlin hat eine detaillierte Nahverkehrsprognose für die Entwicklung des Verkehrs bis 2030 vorgelegt. Demnach sind erheblich mehr Investitionen vor allem in den öffentlichen Nahverkehr nötig als bislang beschlossen. Ansonsten droht der zunehmende Verkehr das Wachstum Berlins auszubremsen, so das Fazit. Basierend auf dieser Prognose hat die IHK das integrierte Gesamtkonzept „4 x 4 Prioritäten für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik“ entwickelt.



Wichtige Bausteine des Konzepts sind neben den massiven Investitionen in den ÖPNV u.a. eine umfassende Sanierung von Straßen und Brücken, eine bessere Baustellen-Koordination, die Einrichtung von Mikrodepots zur Reduzierung des Lieferverkehrs und die Umsetzung des Radbahn-Projektes. Nötige Taktverdichtungen auf vielen U-, S- und Straßenbahnstrecken erfordern die zusätzliche Bestellung von rund 100 S- Bahnzügen, 30 U-Bahnzügen und 100 Straßenbahnen. Über laufende und finanzierte Streckenergänzungen hinaus müssen eine Reihe weiterer Investitionen wie die S21 vom Hauptbahnhof zur Yorkstraße, die U9-Verlängerung zum Bahnhof Pankow und die S9-Verlängerung nach Falkensee umgesetzt werden. Für die hochbelastete Tramstrecke M4 vom Alexanderplatz nach Weißensee schlägt die IHK eine Parallelstrecke über Am Friedrichshain und Michelangelostraße vor.

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Die Empfehlungen basieren auf der Prognose, die das DLR-Institut für Verkehrsforschung und die VerkehrsConsult Dresden Berlin GmbH im Auftrag der IHK Berlin erstellt haben. Die Gutachter kommen in ihrer Analyse zu dem Schluss, dass auf zahlreichen Bahnstrecken im Innenstadtbereich und darüber hinaus gerade zu den Stoßzeiten mit einer mehr als hundertprozentigen Auslastung zu rechnen ist, wenn nicht zusätzlich investiert wird. Bei den Busverbindungen vor allem im Südwesten läge die Auslastung auf vielen Strecken bei mehr als 120 Prozent. Das Auslastungsziel liegt laut Nahverkehrsplan dagegen bei 65 Prozent.

„Der ÖPNV-Ausbau ist der stärkste Hebel zur Lösung der absehbaren Verkehrsengpässe“, so Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin. „Nur mit der Verlagerung von Personenverkehr auf den ÖPNV wird das Straßennetz den wachsenden Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs genügen können. Berlin muss also nach dem jahrelangen quasi-Stillstand bei Ausbau und Pflege der Verkehrsinfrastruktur nicht nur zurückkehren zur Normalität einer funktionierenden Verwaltung, sondern auch einen riesigen Sanierungsrückstau aufholen und dazu noch ganz neue Wohn- und Gewerbegebiete anbinden. Es gilt also, nicht nur einen, sondern gleich drei Gänge hochzuschalten. Anders ist die wachsende Stadt nicht zu meistern.“

Das Konzept „4 x 4 Prioritäten für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik“ mit allen Vorschlägen sowie die Prognose zur Entwicklung der Belastung des öffentlichen Nahverkehrs finden Sie hier.


red/IHK

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