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FlixMobility verklagt Deutsche Bahn und wirft ihr „unlauteren Wettbewerb“ vor

Das Verhältnis zwischen FlixMobility (Betreiber von FlixBus und FlixTrain) und der Deutschen Bahn galt bereits als angespannt, nun hat der Streit offenbar auch juristische Konsequenzen. Das Münchner Unternehmen wirft dem großen Konkurrenten Medienberichten zufolge „unlauteren Wettbewerb“ vor.


Der Betreiber der Fernzugmarke FlixTrain hat laut Medienberichten am 31. Juli beim Landgericht Hamburg Klage gegen die DB Vertrieb GmbH eingereicht, weil es sein neues Zugangebot auf dem Internetportal bahn.de benachteiligt sehe. Das Münchner Unternehmen wirft der Deutschen Bahn offenbar „unlauteren Wettbewerb“ vor.

© Jens Rohde / Bahnblogstelle

Wie das manager magazin berichtet, moniert FlixMobility etwa, dass dort für die Züge der Marke FlixTrain keine Preise angezeigt werden und wirft der DB vor, „fehlerhafte Fahrpläne gelistet zu haben und keine Buchungsmöglichkeit einzubinden“. Außerdem würden die FlixTrain-Züge auf bahn.de mit der Standardsucheinstellung „schnelle Verbindungen bevorzugt“ zum Teil überhaupt nicht angezeigt. Die Angebote der Deutschen Bahn erschienen auf der Website entsprechend attraktiver, so der Vorwurf des privaten Wettbewerbers.

„Bahn.de ist die zentrale Auskunftsplattform für Kunden und gesetzlich dazu verpflichtet, alle Reiseoptionen auf der Schiene aufzuzeigen“, sagte FlixMobility-Chef André Schwämmlein gegenüber der Wirtschaftszeitung. Im Nahverkehr, wo die Deutsche Bahn bereits seit Längerem private Konkurrenz hat, würde dies ja schließlich auch funktionieren.

Laut einem Bericht der Rheinischen Post wies die Deutsche Bahn den Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs zurück. Die Klage sei eingegangen und werde nun geprüft, hieß es. Abgesehen davon sei man zu diesem Thema mit FlixTrain im Gespräch und habe „bereits einige Punkte im Sinne von Flixtrain verändert“. Das manager magazin hatte zuvor berichtet, dass die DB auf Nachfrage mitteilte, nichts von einer Klage zu wissen.

„Wenn der Quasi-Monopolist Deutsche Bahn Mitbewerber systematisch benachteiligt, ist das eine schlechte Nachricht für Verbraucher“, äußert sich Gregor Kolbe, Referent im Team Mobilität und Reisen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Mehr Wettbewerb macht Bahnfahren insgesamt attraktiver.“ Die Behörden sollten das Verhalten kritisch prüfen, schreibt Kolbe auf Twitter.


red – aktualisiert

Titelfoto: © FlixTrain (Archivfoto)

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