Tarife, Kundenservice und Fahrgastinformation

Bessere Fahrgastinformation durch Echtzeitdaten – DB baut Anzeigesysteme im Münchner S-Bahn-Netz aus

Die Deutsche Bahn baut die Fahrgastinformation im Münchner S-Bahn-Netz weiter aus und will künftig auch Echtzeitdaten verwenden, um die Reisenden an allen 150 Stationen über Fahrplanabweichungen oder Störungen zu informieren. Der Freistaat Bayern unterstützt die Deutsche Bahn dabei mit einer Förderung in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro.


© Bahnblogstelle

Die Fahrgäste der S-Bahn München sollen in Zukunft nicht nur per Smartphone-App über die aktuelle betriebliche Lage informiert werden, sondern auch direkt an den Bahnsteigen der insgesamt 150 S-Bahn-Stationen in München und dem Umland. Bis Ende 2019 werden dazu 61 weitere Bahnhöfe und Haltepunkte mit dynamischen Fahrgastinformationssystemen ausgerüstet. An der S-Bahn-Station Englschalking wurde am Freitag (31. August) eine der ersten neu installierten Informationsanlagen offiziell in Betrieb genommen.

Die Ausrüstung der Stationen ist eine ergänzende Maßnahme des Qualitätsprogramms „Zukunft S-Bahn München“. Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Bayern, wies darauf hin, dass hier die Unternehmen S-Bahn München, die DB Netz und die Bahnhofsbetreiberin DB Station & Service zusammenarbeiten: „Wir ziehen an einem Strang, um die Qualität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des wichtigsten Verkehrsmittels der Metropolregion München zu verbessern.“

Laut Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner sei die Kundeninformation im Störungsfall ein zentraler Baustein. Daher sollen Informationen in Echtzeit schneller an den Kunden gebracht werden. An Werktagen sind bis zu 840.000 Fahrgäste in dem rund 500 Kilometer langen Liniennetz unterwegs. „Selbst kleine Störungen können enorme Auswirkungen haben. Da Großstörungen in einem derart komplexen System nicht vollständig auszuschließen sind, muss eine verlässliche Information sichergestellt werden. Fahrgäste müssen wissen, wie sie weiter reisen können“, so die Verkehrsministerin.

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Über die App „München Navigator“ können Reisende schon heute den Fahrtverlauf aller S-Bahnen auf dem Smartphone in Echtzeit verfolgen. Das System arbeitet mit GPS-Daten, was eine ziemlich genaue Ortung der aktuellen Zugpositionen ermöglicht. Auch „virtuelle Abfahrtstafeln“ sind auf dem Smartphone darstellbar. „Wir haben die Beta-Versionen hierfür in wenigen Wochen ans Netz gebracht, derzeit werten wir die Ergebnisse aus. Wir sind noch nicht perfekt – aber jeden Tag ein Stück besser“, so Josel. „Jetzt geht es darum, die Echtzeit-Informationen auch an die Zuganzeiger am Bahnsteig zu bringen.“

Das neue Fahrgastinformationssystem soll den Fahrgästen im Störungsfall auch anzeigen können, welche Verkehrsmittel sie alternativ nutzen können. Denn je nach Art einer Großstörung wird für die S-Bahn München ein sogenanntes Störfallprogramm ausgelöst. Über diverse Schnittstellen können diese künftig automatisiert an Informationsmedien übertragen werden. Das Vorhaben erfolgt in enger Abstimmung mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), damit auch der Bayern-Fahrplan entsprechend weiterentwickelt werden kann.

Der Probebetrieb für das neue Projekt soll noch in diesem Jahr starten. Von dem 1,5 Millionen Euro teuren Projekt übernimmt der Freistaat Bayern knapp 1,2 Millionen Euro. „Die vielen Pendler und Reisenden, die auf die S-Bahn angewiesen sind, bekommen vom Freistaat Rückenwind durch unsere schnelle Projektförderung“, so Aigner.


red – aktualisiert

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