Fertigungs- und Instandhaltungswerke

Siemens nimmt neues RRX-Instandhaltungswerk in Dortmund-Eving offiziell in Betrieb

Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit nahm Siemens Mobility am Donnerstag (6. September) das neu errichtete Instandhaltungswerk für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) offiziell in Betrieb. Im neuen Rail Service Center in Dortmund-Eving sollen künftig 75 Mitarbeiter die 82 elektrischen Triebzüge des RRX vom Typ Desiro HC über einen Zeitraum von 32 Jahren warten und instandhalten.


© Siemens

Im März 2015 beauftragten die am neuen Schienenverkehrskonzept RRX beteiligten Zweckverbände Siemens Mobility mit der Lieferung von 82 Elektrotriebzügen vom Typ Desiro HC und der Wartung über einen Zeitraum von 32 Jahren. Der Auftrag im Gesamtvolumen von über 1,7 Milliarden Euro ist für Siemens der bisher größte aus dem Bereich des regionalen Schienenverkehrs in Deutschland.

„Ich freue mich besonders für die Fahrgäste, denn die heutige Eröffnung ist ein weiterer Schritt in die Zukunft“, sagte Martin Husmann, Vorstandssprecher Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, auch im Namen der anderen am RRX-Projekt beteiligten Aufgabenträger, dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), dem Nahverkehr Rheinland (NVR), dem SPNV-Nord und dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). „Für die täglich rund 2,7 Millionen Menschen, die im Schienenpersonennahverkehr im Land unterwegs sind, schaffen wir in den nächsten Jahren ein deutlich verbessertes Mobilitätsangebot. Wir erwarten, dass das neue Dortmunder Werk maßgeblich dazu beiträgt, eine bestmögliche Einsatzfähigkeit der neuen Fahrzeuge zu garantieren.“

Das neue Rail Service Center wurde auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Dortmund-Eving errichtet. Hierzu wurden rund 5,5 Kilometer Gleise verlegt sowie ein sechsgleisiges Werkstattgebäude, ein dreigeschossiges Lager- und Sozialgebäude, ein Pförtnergebäude, Außenlagerflächen und eine Außenreinigungsanlage gebaut. Sämtliche Instandhaltungsprozesse können laut Siemens komplett papierlos gesteuert werden. Die Mitarbeiter erhalten so ihre Arbeitsaufträge sowie alle Informationen, die sie für Reparaturen und Wartungsmaßnahmen benötigen, auf Tablets zur Verfügung gestellt. Hierfür liefern die Züge über eine Reihe von Sensoren Zustandsdaten, die kontinuierlich an das Depot gesendet und dort verarbeitet werden.

Laut Siemens generiert ein Zug zwischen einer und vier Milliarden Datenpunkte pro Jahr. Mithilfe intelligenter Algorithmen analysieren die unternehmenseigenen Experten die Daten für jedes kritische Bauteil eines Zuges. Ziel ist es, Abweichungen von der Regel zu entdecken, um daraus Fehlerprognosen zu errechnen und den Technikern in der Werkstatt akute oder terminierte Instandhaltungsempfehlungen zu geben. So sei es möglich, notwendige Maßnahmen bereits vor Eintreffen im Depot zu planen und vorzubereiten. Nach Unternehmensangaben können dadurch Ersatzteile frühzeitig bereitgestellt und auch der Einsatz der Mitarbeiter besser koordiniert werden. Damit werde sichergestellt, dass die Zeit im Depot so kurz und effizient wie möglich ist, damit die Züge schnellstmöglich wieder für den Betrieb zur Verfügung gestellt werden können.

© Siemens

„Mit unserer digitalisierten Wartung und Instandhaltung sehen wir uns als Vorreiter in der Branche und werden dafür sorgen, dass die RRX-Züge für die Fahrgäste zuverlässig zur Verfügung stehen“, sagte Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility. „Dafür haben wir das Rail Service Center und die Züge mit den neusten Diagnosesystemen ausgestattet, die es uns ermöglichen, Fehler zu erkennen, bevor sie zu einer Störung im Betrieb führen können.“

Das RRX-Depot verfügt nach Angaben von Siemens zudem über eine hochmoderne Fahrzeug-Inspektions-Anlage (AVI), die erstmals in Deutschland zum Einsatz kommt. Während der Einfahrt der Züge in das Depotgelände passieren sie die Anlage und bei jedem Fahrzeug werden automatisch Räder, Achsen und Laufflächenprofile mit modernster Lasertechnologie überprüft. Die Daten werden dann unmittelbar in das Datenmanagementsystem übernommen, ausgewertet und weiterverarbeitet. Mithilfe eines Hochleistungs-3D-Druckers, sei es darüber hinaus möglich, schnell und direkt Kunststoffersatzteile anzufertigen, die sonst nicht kurzfristig bzw. kostengünstig verfügbar wären.


red/Siemens

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