Bahnindustrie und Bahntechnik

Deutsche Bahn und Siemens Mobility unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zum Ideenzug

Die Deutsche Bahn und Siemens Mobility haben am gestrigen Donnerstag auf der InnoTrans, der führenden Leitmesse für Schienen- und Verkehrstechnik, eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim Ideenzug von DB Regio beschlossen.


© DB AG / Pablo Castagnola

Auf der weltweit größten Messe für Schienenverkehrstechnik haben Prof. Dr. Sabina Jeschke, DB-Vorstand Digitalisierung und Technik, Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG und Sabrina Soussan, Chief Executive Officer (CEO) Siemens Mobility, eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim Ideenzug unterzeichnet.

Der Ideenzug besteht aus unterschiedlichen Themenwelten – vom Sportstudio über Premiumkabinen zum Arbeiten bis hin zu Public-Viewing-Bereichen und Power-Nappingkabinen zum Entspannen. Zudem werden über verschiedene Screens Fahrgäste mit den neuesten Nachrichten versorgt. Auf der InnoTrans in Berlin können Besucher in einem 1:1-Modell derzeit das Reisen im Regionalverkehr der Zukunft hautnah erleben. Innovationen bei der Raumgestaltung und bisher einzigartige Reiseerlebnisse unter Einsatz digitaler Technologien werden so anfassbar.

Im Rahmen der nun geschlossenen Vereinbarung soll der Ideenzug als Entwicklungsträger für die Erprobung von Komponenten und Prototypen für Partner aus der Fahrzeugindustrie geöffnet werden. Siemens Mobility ist der erste Systemhersteller, der sich an dieser Kooperation beteiligt. Ziel sei es, die Kompetenzen beider Unternehmen in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zusammenzuführen und die Trägerplattform Ideenzug weiterzuentwickeln. Nach Angaben der Deutschen Bahn soll das Reiseerlebnis so zielgruppengerecht gestaltet und mit digitalen Features verbunden werden.



„Mit dem Ideenzug leisten wir einen wesentlichen Beitrag für den fahrzeugseitigen Forschungs- und Entwicklungspart im Personenverkehr von morgen“, sagt DB-Digitalvorstand Prof. Dr. Sabina Jeschke. „Mit Siemens haben wir jetzt einen schlagkräftigen Partner an unserer Seite, um neue Technologien und Innovationen gemeinsam voranzutreiben.“

„Die Kundenbedürfnisse wandeln sich aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung radikal und immer schneller. Der Ideenzug bietet uns die Möglichkeit, gemeinsam mit der DB digitale Technologien für ein verbessertes ganzheitliches Reiseerlebnis zu entwickeln und zu erproben“, sagt die Leiterin der Siemens-Mobilitätssparte, Sabrina Soussan. „Hierfür werden wir auch die Mindsphere nutzen, das cloudbasierte, offene Internet-of-things-Betriebssystem von Siemens.“

„Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir neue Ansätze für die Ausstattung von Nahverkehrszügen entwickeln“, sagt DB Regio-Chef Dr. Jörg Sandvoß. „Mit dem Ideenzug wollen wir den Aufgabenträgern zeigen, was möglich sein kann und sie überzeugen, solche Innovationen in Ausschreibungen auch mitzudenken.“



Erste Prototypen wurden von Siemens bereits in den Ideenzug eingebaut. Dazu gehört eine aktive Geräuschunterdrückung im Powernapping-Modul. Das System sorgt dafür, dass Wind-, Lüftungs-, Fahrwerks- und Abtriebgeräusche reduziert werden. So kommt der Fahrgast ausgeruht am Zielort an. Unterstützt wird Siemens hierbei von der israelischen Firma Silentium.

Fahrgäste, die informiert und unterhalten werden wollen, können im smarten Sitz Platz nehmen. Dieser wurde zusammen mit der polnischen Firma TAPS gebaut. Rund um den Sitz werden verschiedene digitale Services angeboten: Über ein integriertes Touch-Display kann das Ticket erworben werden und der Komfort Check-in erfolgen. Darüber hinaus können Speisen und Getränke aus dem Bord-Restaurant bestellt sowie Musik und Filme abgespielt werden. Die Sitzposition lässt sich individuell anpassen und über die Siemens MindSphere werden diese Einstellungen sicher in der Cloud gespeichert. Steigt der Fahrgast beispielsweise in einen anderen Zug um und meldet sich dort wieder an, wird der Sitz in die gespeicherte Position gefahren und der Film fortgesetzt. Zudem werden aktuelle Informationen zur gebuchten Verbindung angezeigt. Damit wird personalisiertes und nahtloses Reisen möglich.

Siemens hat das vorhandene Videoüberwachungssystem (Closed Circuit Television, CCTV) intelligenter gemacht (iCCTV). Beispielsweise kann so die Belegung der Sitz- und Rollstuhlplätze sowie der Kinderwagenstellplätze erfasst werden. Diese wird Fahrgästen und Zugbegleitern dann im Zug angezeigt, kann aber auch in Apps, wie z.B. dem DB Navigator, integriert werden.


red/DB

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