Bahnbetrieb und Eisenbahnunternehmen

Übergangslösung für S-Bahn-Ausbau zwischen Nürnberg und Erlangen in Sicht

Für den S-Bahn-Ausbau zwischen Nürnberg und Erlangen ist eine Übergangslösung in Sicht. In einem Gespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, Bayerns Verkehrsstaatssekretär Josef Zellmeier und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einigten sich die Beteiligten darauf, dass der Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die Interimslösung auf dem viel befahrenen Abschnitt zwischen Fürth und Erlangen noch im Oktober unterzeichnet werden soll. Drei S-Bahnen pro Stunde und Richtung sollen dann auf der Strecke verkehren, wenn auch nicht in einem exakten 20-Minuten-Takt, erklärt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.


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Die Interimslösung, bei welcher behelfsweise in Fürth-Unterfarrnbach sieben Weichen eingebaut werden, ist notwendig geworden, weil aufgrund des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts zum Fürther Verschwenk derzeit der Ausbau in diesem Streckenabschnitt stockt. Ein endgültiger Ausbau der Strecke könnte rund 10 Jahre dauern. Baubeginn für die Interimslösung soll nach Angaben des bayerischen Innenministeriums im Jahr 2019 sein, die Fertigstellung sei für 2021 geplant. Für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eine lohnenswerte Investition: „Auf dieser Strecke sind im S-Bahn-Netz Nürnberg die meisten Leute unterwegs. Nachdem sich der S-Bahn-Ausbau in diesem Abschnitt erheblich verzögert, halte ich die Interimslösung für dringend notwendig.“ Ein Realisierungs- und Finanzierungsvertrag könne noch im Oktober unterzeichnet werden, heißt es.

Sehr erfreut reagierte Herrmann auf die Ankündigung von Verkehrsstaatssekretär Josef Zellmeier, gleichzeitig den bereits planfestgestellten Südzugang der S-Bahnstation in Eltersdorf zu bauen. Es soll aber nicht nur der Südzugang hergestellt werden, vielmehr wird die S-Bahn durch den Einbau von zusätzlichen Weichen südlich des Haltepunktes in beiden Fahrtrichtungen den Bahnsteig der Station Eltersdorf anfahren können. Derzeit noch bestehende Bahnsteigprovisorien seien dann nicht mehr erforderlich. „Damit ist auch eine vom Fernverkehr getrennte Ansteuerung des Mittelbahnsteiges möglich. Der Fernverkehr fährt weiterhin über die Außengleise, wird allerdings nicht mehr durch eine vorausfahrende S-Bahn behindert“, so Herrmann. Für diese Variante braucht die Bahn zusätzliche Weichen mit entsprechenden Anpassungen und zusätzlichen Signalisierungselementen. Sie veranschlagt hierfür Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro. „Der große Vorteil ist, dass beide provisorischen Bahnsteige ersatzlos entfallen. Außerdem schaffen wir durch den Südzugang für die überwiegend südlich des Haltepunktes wohnende Bevölkerung von Eltersdorf einen direkten und schnellen Weg zur S-Bahn“, so Zellmeier.

Ein weiteres Projekt nehme nach einem Gespräch zwischen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Innenminister Joachim Herrmann ebenfalls Fahrt auf, wie es von Seiten des bayerischen Innenministeriums heißt. Das Bundesverkehrsministerium habe den Güterzugtunnel Fürth, der südwestlich von Nürnberg beginnen, bis Eltersdorf führen und das Streckennetz im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen entlasten soll, in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgestuft. Demnach könnte nach Einschätzung der Deutschen Bahn dann zum Fahrplan 2028 die neue Güterzug-Strecke in Betrieb gehen.


red/STMI

Titelfoto: © Deutsche Bahn

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