Ausland

Frankreich: Siemens und Thales statten Metrolinien des Grand Paris Express mit Signaltechnik aus

Die Société du Grand Paris (SGP), zuständig für Projekt Grand-Paris-Express, hat ein Konsortium aus Siemens Mobility und Thales beauftragt, die neuen Metrolinien 15, 16 und 17 und die dazugehörigen Leitzentralen mit einem vollautomatischen Zugsteuerungssystem auszurüsten. Die Inbetriebnahme ist für 2030 geplant.


Der Lieferanteil von Siemens Mobility umfasst das funkbasierte Zugbeeinflussungssystem (Communications-Based Train Control – CBTC). Thales stattet die Leitzentralen aus, die den Betrieb, die Energieversorgung und die Hilfsbetriebe überwachen sowie digitale Informationen bereitstellen, und übernimmt die streckenseitige Ausrüstung und den Aufbau eines sicheren Kommunikationsnetzes.

„Wir ermöglichen Mobilitätsanbietern mit Hilfe der Digitalisierung, ihre Infrastruktur intelligenter zu machen, Verfügbarkeit zu garantieren und eine nachhaltige Wertsteigerung über den gesamten Lebenszyklus zu erreichen“, sagte Michael Peter, CEO Siemens Mobility. „Wir sind davon überzeugt, dass das Projekt Grand Paris Express von unserer CBTC-Technologie profitieren wird. Vor allem den Fahrgästen kommt der vollautomatische Betrieb in einem der verkehrsreichsten Metronetze Europas zugute.“

„Als führendes Unternehmen im Bereich Verkehrsüberwachungssysteme wird Thales all seine Expertise und seine Innovationsfähigkeit in dieses in Europa einzigartige Projekt einbringen, das den öffentlichen Nahverkehr im Großraum Paris revolutionieren wird“, erklärte Millar Crawford, Executive Vice-President Ground Transportation Systems Thales Group. „Wir werden unsere neueste Leitzentralen-Generation basierend auf einer hochmodernen digitalen Plattform bereitstellen. In Verbindung mit der Cybersicherheit-Kompetenz der Thales Gruppe wird es den Betreibern ermöglicht, U-Bahnen sicher und effizient zu betreiben und gleichzeitig das bestmögliche Fahrgasterlebnis zu gewährleisten.“

Der Grand Paris Express ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt in Frankreich, das den öffentlichen Nahverkehr im Großraum Paris deutlich verbessern wird. Ziel ist es, den Nahverkehr im Ballungsgebiet der französischen Hauptstadt effizienter zu machen. Hierfür werden Stadtgebiete, die heute kaum Zugang zum öffentlichen Nahverkehr haben, an das Nahverkehrsnetz angebunden. Dies soll neue Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum nicht nur im Großraum Paris, sondern in ganz Frankreich schaffen.

Das Projekt Grand Paris Express umfasst den Bau von vier neuen automatischen U-Bahnlinien in Paris (15, 16, 17 und 18) und die Erweiterung und Modernisierung der Linie 14 nach Norden und in den Süden von Paris bis zum Flughafen Orly. Der Grand Paris Express wird an das bestehende Nahverkehrsnetz angeschlossen und bindet die großen Wirtschaftszentren (Flughäfen, Handels- und Forschungszentren sowie Universitäten) und die derzeit schwer zu erreichenden Metropolregionen an. Im Jahr 2030 wird die Linie 15 mit 75 Streckenkilometern und 36 neuen Bahnhöfen Saint-Denis im Norden und Villejuif im Süden über Nanterre/La Défense im Westen oder Rosny und Champigny im Osten anbinden. Mit 50 Kilometern Gleisen und 14 neuen Bahnhöfen verbinden die Linien 16 und 17 Saint-Denis/Pleyel mit Noisy-Champs im Osten und dem Flughafen Roissy Charles de Gaulle im Norden unter Umgehung der Pariser Innenstadt.

Das Projekt umfasst zwölf Bauabschnitte; der erste Bauabschnitt soll im Jahr 2024 fertiggestellt sein, die weiteren Bauabschnitte folgen bis 2030.


red/Siemens

Titelfoto: © Bahnblogstelle

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