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Zukunftsbündnis Schiene nimmt Arbeit auf – Scheuer: „Größtes Eisenbahnprojekt seit Bahnreform 1994“

Das vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) gestartete „Zukunftsbündnis Schiene“ aus Politik, Wirtschaft und Verbänden hat am heutigen Dienstag seine Arbeit aufgenommen.


© BMVI

Bei einem Treffen im Verkehrsministerium wurde am Dienstag unter anderem der Gutachterentwurf für einen Zielfahrplan des Deutschland-Takts präsentiert. Das Zukunftsbündnis will gemeinsam bis 2030 die Zahl der Fahrgäste verdoppeln und mehr Güter auf die Schiene holen. Laut Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sei dies das größte Projekt im Eisenbahnbereich seit der Bahnreform von 1994.

Der Deutschland-Takt ist ein abgestimmter, vertakteter Zugfahrplan für ganz Deutschland – von der regionalen Strecke bis hin zu den Hauptverkehrsachsen. Er integriert Nah- und Fernverkehr und wird zusammen mit den Ländern umgesetzt, die für den Nahverkehr verantwortlich sind.

Weitere Punkte:

  • Züge im 30 Minuten-Takt auf allen Hauptachsen
  • Optimierte Anschlüsse und passgenauer Infrastrukturausbau. Beispiele für kürzere Reisezeiten: Stuttgart-Hamburg 4:27 statt 5:10 Stunden (-14%). Berlin-Düsseldorf 3:34 statt 4:14 Stunden (-16%). Berlin-Bautzen 1:58 statt 3:20 Stunden (- 41%).
  • Flächendeckendes Fernverkehrsnetz soll Städte und Regionen besser verbinden. Zusätzliche Strecken zur Anbindung von Großstädten.

Der Deutschland-Takt soll auch für den Güterverkehr Vorteile bringen, z.B. durch spezielle Trassen und den gezielten Infrastrukturausbau.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums werde sich der Ausbau der Schieneninfrastruktur in den kommenden Jahren am Deutschland-Takt orientieren. Dazu gehören z.B. Bahnhöfe, Bahnhofseinfahrten und eine Mehrgleisigkeit auf den Strecken. Die Umsetzung des Deutschland-Taktes werde nun mit den Unternehmen und den Ländern diskutiert, die Infrastrukturmaßnahmen werden geplant. Ab 2020 soll mit der Realisierung begonnen werden, bis 2030 soll der Deutschland-Takt voll umgesetzt sein.

Weitere Ziele des Zukunftsbündnisses Schiene

  • Ausbau der Kapazitäten für eine zuverlässigere Bahn: Milliardeninvestitionen in Netz, Technik (ETCS) und Elektrifizierung (bis 2025: 70 Prozent des Schienennetzes).
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: Weiterentwickelte Regeln zur Trassenvergabe und -preisgestaltung. Interoperabilität von Tarifen für vernetzte Angebote.
  • Senkung der Lärmemissionen: Lärmschutz am Gleis und Einsatz leiserer Züge, damit die Bahn für alle ein guter Nachbar ist.
  • Förderung von Digitalisierung, Automatisierung und Innovationen: Autonomes Fahren auf der Schiene, Elektromobilität (z.B. Brennstoffzellentechnik).

red

Titelfoto: © DB AG / Volker Emersleben

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