Bahnbetrieb und Eisenbahnunternehmen

S-Bahn München testet Pilotprojekt: Früher Abfahren für mehr Pünktlichkeit

Die Züge auf der Münchner S-Bahn-Stammstrecke sollen pünktlicher werden. Ab Montag (15. Oktober) testet die Deutsche Bahn daher in Zusammenarbeit mit der DB Netz AG für fünf Tage jeweils morgens zwischen 6:00 und 9:30 Uhr die Einfahrt der Züge in die Stammstrecke nach dem Prinzip „First come, first served“.


© Deutsche Bahn

Wie die Deutsche Bahn mitteilt, sollten Fahrgäste in den kommenden Tagen darauf vorbereitet sein, dass Züge in Pasing und am Ostbahnhof sowie an den Stammstrecken-Stationen dazwischen bis zu zwei Minuten früher als im Fahrplan vorgesehen unterwegs sein können. Zum Hintergrund der Maßnahme erklärt die DB, dass die S-Bahnen bei der Fahrt durch die Stammstrecke bislang oft wertvolle Sekunden verlieren. Zeit, die oft bis in die Außenäste hinausgetragen wird und so für Verspätungen sorgt. Bei dem jetzigen Versuch will das Unternehmen testen, inwieweit vorhandene Zeitpuffer, die die Züge von den Außenästen mitbringen, zum Verspätungsabbau auf der Stammstrecke genutzt werden können. Die Idee dahinter ist simpel: Die Züge an den Bahnhöfen Ostbahnhof, Pasing, Laim und Donnersbergerbrücke werden nach dem „First come, first served“-Prinzip auf die Stammstrecke geschickt. Dadurch soll der Zug, der zuerst den Bahnhof erreicht hat und abfahrbereit ist, Vorrang bekommen. Das Ziel sei, so die Bahn, dass die Stammstrecke dadurch gleichmäßiger durchfahren wird und sich so Zugfolgeverspätungen verringern.

Die S-Bahn München erhofft sich von dem Test wertvolle Erkenntnisse, sagt S-Bahn-Chef Heiko Büttner. „Denn mit jeder Sekunde, die wir auf der Stammstrecke pünktlicher werden, stabilisieren wir das Gesamtsystem der S-Bahn. Das kommt allen Fahrgästen zugute.“ Nach der Testwoche werde der Pilot ausgewertet, erst dann soll eine Entscheidung fallen, ob das Verfahren auch langfristig umgesetzt werden kann. Zur Verbesserung der Pünktlichkeit setzt die S-Bahn München auf der Stammstrecke bereits seit einiger Zeit sogenannte Einstiegslotsen am Hauptbahnhof und am Marienplatz ein.

Beide Projekte – Einstiegslotsen sowie die Testwoche zum „First come, first served“-Prinzip – sind Teil des Aktionsprogramms „Zukunft S-Bahn München“, wie die DB erklärt, das die Qualität der S-Bahn für die Kunden spürbar verbessern soll. Das auf mehrere Jahre angelegte Programm bündelt insgesamt bis zu 80 Maßnahmen und soll die Betriebsqualität bis zur Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke verbessern. Zum Maßnahmenbündel gehören die Fahrgastinformation in Echtzeit genauso wie die Einzäunung der Stammstrecke, um Personen aus dem Gleisbereich fernzuhalten. Ziel sind konkrete Verbesserungen bei den Betriebsabläufen, bei der Infrastruktur sowie in der Kundeninformation.


red

Titelfoto: © Bahnblogstelle

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