Deutsche Bahn widerspricht BEG: Bayerisches Schienennetz eher überlastet statt marode

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) forderte die DB Netz AG kürzlich auf, Infrastrukturmängel im bayerischen Schienennetz umgehend und nachhaltig zu beheben. Die Deutsche Bahn bestreitet dagegen den schlechten Zustand des Netzes.


© Bahnblogstelle

Anfang Dezember teilte die BEG – die den Regional- und S-Bahnverkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert – mit, dass man den Vorstand der DB Netz AG aufgefordert habe, „umgehend und nachhaltig“ den zunehmenden Störungen im bayerischen Schienennetz entgegenzuwirken (Bahnblogstelle berichtete).

Laut BEG-Geschäftsführer Thomas Prechtl gebe es „teilweise infrastrukturelle Mängel durch jahrelange Versäumnisse bei Investitionen.“ Die heutigen Probleme: Störungen bei Stellwerken, Bahnübergängen und Signalen seien auf einen Investitionsstau zurückzuführen. Die vorhandene Infrastruktur sei „extrem anfällig“, so Prechtl gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Die Deutsche Bahn sieht dies anders: Aus Sicht von Klaus-Dieter Josel, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Bayern, sei das Schienennetz nicht marode – sondern eher überlastet. Der Freistaat habe in den letzten Jahren 50 Prozent mehr Nahverkehrszüge bestellt. Zudem wachse der Fernverkehr, zum Beispiel in Richtung Berlin. „Das bedeutet eine zusätzliche Anspannung. Und das ist momentan unser Dilemma, unser Kapazitätsengpass, mit dem wir ringen“, so Josel laut einem BR-Bericht.

Markus Büchler, Landtagsabgeordneter der Grünen, sieht eine Mitschuld bei der bayerischen Staatsregierung und der Bundesregierung, die Jahrzehnte lang zu wenig investiert haben. Laut dem Bericht zeigte sich aber der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) offenbar hoffnungsvoll, dass sein Verkehrsminister-Kollege im Bund, Andreas Scheuer (CSU), das Problem ebenfalls erkannt habe: „Nach allem was an Signalen aus Berlin kommt, ist auch die Erkenntnis da, dass man im Infrastrukturbereich der Bahn jetzt wirklich Investitionen nachholen muss, wo über Jahre, vielleicht Jahrzehnte, das Geld nicht da war“, so Reichhart.


red | Titelbild © DB AG / Uwe Miethe

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