SBB Giruno Stadler Gotthard-Basistunnel

Giruno erhält Betriebsbewilligung für 200 km/h im Schweizer Netz

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat dem neuen Hochgeschwindigkeitszug SMILE von Stadler, von der SBB Giruno genannt, eine Betriebsbewilligung für 200 km/h in Einzeltraktion auf dem Schweizer Netz erteilt. 


Am 4. April 2019 hat das BAV dem neuen Stadler-Hochgeschwindigkeitszug SMILE eine Betriebsbewilligung
für 200 km/h in Einzeltraktion erteilt. Das macht den Weg für den neuen Gotthardzug frei, erstmals mit Fahrgästen auf dem Schweizer Schienennetz zu verkehren. Der SMILE habe nach Herstellerangaben alle Projektmeilensteine erfolgreich absolviert. Seit April 2017 fanden mehrere Hundert Testfahrten in den vier vorgesehenen Einsatzländern – in der Schweiz, in Italien, Deutschland und in Österreich – statt.

© SBB

Ab Frühsommer 2019 soll der neue Gotthardzug erstmals mit Fahrgästen verkehren, zuerst als Interregio auf der Strecke Basel SBB–Zürich Flughafen und ab Spätsommer auf der Strecke Basel SBB–Zürich HB–Lugano/Chiasso. Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2019 plant die SBB, die Züge im nationalen Verkehr auf der Gotthardachse einzusetzen. Ab Frühjahr 2020 soll dann schrittweise der fahrplanmäßige Einsatz nach Mailand erfolgen.

Noch ausstehend sind zurzeit die Betriebsbewilligungen für Italien, Deutschland und Österreich sowie die Betriebsbewilligung in Doppeltraktion und die Geschwindigkeitserhöhung auf 250 km/h.

Der Giruno bietet den Passagieren auf bis zu 400 Metern Länge in Doppeltraktion insgesamt 810 Sitzplätze. Die Züge sind mit einem Niederflureinstieg für die unterschiedlichen Bahnsteighöhen in der Schweiz, Österreich und Italien (je 55 cm) sowie Deutschland (76 cm) ausgerüstet.

Seit Ende 2016 ist der Gotthard-Basistunnel – der längste Eisenbahntunnel der Welt – in Betrieb. Ende 2020 vollendet der Ceneri-Basistunnel die Flachbahn durch die Alpen. Im Hinblick auf die dadurch erwartete Nachfragesteigerung hat die SBB bei Stadler 29 Triebzüge mit Optionen für bis zu 92 weitere Züge bestellt, die bis zu 250 km/h schnell fahren können. Dabei handelt es sich um elfteilige elektrische Mehrsystemtriebzüge. Stadler hat den neuen Zugtyp seit Vertragsunterzeichnung im Oktober 2014 in 23 Monaten entwickelt und gebaut. Drei Monate später wurde der erste Zug in Betrieb gesetzt. Auf der InnoTrans 2016 wurde er erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Stadler nennt die Hochgeschwindigkeitszugfamilie „SMILE“, die SBB hat ihnen den Namen „Giruno“ gegeben, eine aus der rätoromanischen Sprache abgeleitete Bezeichnung für Mäusebussard. Zuvor war der Zug auch als EC250 bezeichnet worden.


red/Stadler/SBB, Titelfoto: SBB

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