Neue Pesa-Züge sorgen für Probleme im Sauerlandnetz

Wie der Zweckverband NWL mitteilt, kommt es seit dem Einsatz der neuen dreiteiligen Pesa-Fahrzeuge im Sauerlandnetz zu einer erhöhten Anzahl an Zugausfällen und Verspätungen auf den Linien RE 17 und RE 57. Grund dafür seien technische Probleme.


DB Regio hat aufgrund von technischen Problemen mit den Neufahrzeugen des polnischen Herstellers Pesa „Abhilfemaßnahmen“ erarbeitet. Für einen Zeitraum bis Ende August werden daher vorerst Gebrauchtfahrzeuge aus dem Übergangsbetrieb eingesetzt, um bei Störungen besser reagieren zu können. Bei den Ersatzfahrzeugen handelt es sich um die bisher auf der RE17 eingesetzten Fahrzeuge vom Typ Bombardier Talent. Ebenso wolle DB Regio betrieblich und in Abstimmung mit der Instandhaltung prüfen, wie auf das Kuppeln und Trennen von Zügen verzichtet werden könne, um auftretende Probleme zu vermeiden. Anschließend werde das weitere Vorgehen mit dem NWL abgestimmt, heißt es.

Pesa Link (3)
© Pesa

Mit den neuen dreiteiligen Pesa Link-Zügen kommen im Sauerland Neufahrzeuge zum Einsatz, die aufgrund der verspäteten Auslieferung im Vorfeld nicht ausreichend unter realen Bedingungen getestet wurden.

Nach Angaben des NWL sei die komplexe Fahrzeugleittechnik dabei der größte Störfaktor. „Erkannt wurden hier Probleme in der Software zur Antriebssteuerung und im Bereich der elektrischen Kupplung, sowie an den Schnittstellen der zusammenwirkenden Systeme. Beides kann zu unvorhergesehen und plötzlich auftretenden Fehlern führen, die teils zum Ausfall von Zügen auf freier Strecke führen können“, teilt der Zweckverband mit. Der NWL erwartet eine nachhaltige, aber auch unverzügliche Beseitigung der Probleme.

Die Deutsche Bahn stehe mit dem Hersteller Pesa in permanentem Kontakt, um die aktuellen Probleme abzustellen und einen stabilen Betrieb auch mit den Neufahrzeugen zu gewährleisten. Unter Federführung von DB Regio sei dafür eine Taskforce eingerichtet worden, die aus dem Flottenmanagement und der Instandhaltung von DB Regio, dem Hersteller Pesa und Experten der Zulieferer wie z.B. MTU bestehe. Die Taskforce soll rasch Lösungen für die auftretenden Fehler erarbeiten und zur Umsetzung bringen. Zudem sollen alle Neufahrzeuge bis September eine Rollkur durchlaufen. Hierbei soll jedes Fahrzeug noch einmal im Werk von Pesa auf den aktuellsten technischen Stand gebracht werden.


red, Titelfoto: Pesa

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