München-Nürnberg-Express: Zulassungsverfahren für neue Skoda-Züge dauert an

Beim München-Nürnberg-Express bleibt das Ersatzkonzept mit Wagen im Intercity-Komfort und zusätzlichen Doppelstockwagen länger als erwartet bestehen. Grund dafür sind Verzögerungen bei der Zulassung der neuen Skoda-Züge.


Nach Angaben der Deutschen Bahn verzögert sich die Zulassung der neuen Skoda-Züge weiterhin. Nachteile für Reisende gebe es dadurch aber nicht, da die Verbindung weiterhin mit den ehemaligen Intercity-Zügen im Regio-Design bedient wird.

Die älteren Intercity-Züge im Regio-Design sind vorerst weiterhin auf der Verbindung Nürnberg – München unterwegs. | © Bahnblogstelle

Der München-Nürnberg-Express bleibe weiterhin die schnellste Regionalverbindung Deutschlands, da die Züge dank der Ausbaustrecke zwischen München und Ingolstadt sowie über die Schnellfahrstrecke bis Nürnberg mit bis zu 200 km/h fahren können. Die Reisezeit zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und der Frankenmetropole beträgt gut eineinhalb Stunden.

In Zukunft sollen auf der schnellen Verbindung sechs neue Doppelstock-Garnituren des Herstellers Skoda zum Einsatz kommen. Der Fahrgastbetrieb dieser Neufahrzeuge ist derzeit jedoch noch nicht möglich, wie die Deutsche Bahn mitteilt.

Die Verantwortlichen des Zugherstellers Skoda Transportation erklären dazu: „Momentan sind wir de facto am Ende des Genehmigungsverfahrens. Wir führen zusätzliche Messungen sowie die Dokumentation bezüglich der Zulassung des Fahrzeugbetriebes für 190 km/h durch und wir glauben fest daran, dass wir innerhalb weniger Wochen die notwendigen Genehmigungen für den Fahrgastbetrieb erhalten werden“, sagt Zdeněk Sváta, Vorstandsmitglied und Senior Vizepräsident für die Technik der Gruppe Škoda Transportation.

© Deutsche Bahn / Claus Weber

Für Hansrüdiger Fritz, Vorsitzender der Regionalleitung der DB Regio Bayern, steht fest: „Eine Abnahme der sechs Skoda-Züge durch die DB erfolgt erst, wenn die Zulassung ohne Einschränkung und Auflagen erfolgt ist. Unsere Kunden werden keinesfalls zu Testfahrgästen, sondern haben zurecht einen Anspruch auf Zuverlässigkeit, gute Funktionalität und Komfort.“ Der bayerische DB-Regiochef weiter: „Ich erwarte von Skoda größtmögliche Anstrengungen, den Lieferverzug zu begrenzen“.

Sobald die Zulassung für den Regelbetrieb erfolgt ist, sollen die Züge im Liniendienst eingesetzt werden. Bis Dezember 2019 ist ein Vorlaufbetrieb zwischen München und Ingolstadt geplant. „Dieser Vorlaufbetrieb dient dazu, dass unsere Mitarbeiter in Zügen und Werken mit den Fahrzeugen Praxiserfahrung sammeln können“, so Fritz weiter.

Rückblick: Im Juni 2013 hatte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) den Zuschlag für den Regionalverkehr auf der Bahnstrecke München – Ingolstadt – Nürnberg an DB Regio Bayern erteilt. Für den Verkehr über die Neubaustrecke schloss die Deutsche Bahn mit der Firma Skoda einen Vertrag über die Lieferung von 42 Fahrzeugen (sechs Garnituren aus je sechs Reisezugwagen und je einer Lok) ab. Vertraglich vereinbart war ein Start mit Beginn des Verkehrsvertrages im Dezember 2016.

Einige Features der Skoda-Züge

  • 676 statt heute 413 Sitzplätze
  • 650 Plätze 2. Klasse statt heute 395
  • Hochwertige erste Klasse mit Ledersitzen und 2+1-Bestuhlung sowie 26 Plätze erster Klasse statt heute 18
  • 40 Fahrradstellplätze statt heute 16
  • Steckdosen an jedem Platz
  • Fahrzeuggebunde Einstiegshilfe für Rollstuhlfahrer, damit Rollstuhlfahrer an jedem Bahnhof zusteigen können. Jeder Zug hat zwei Rollstuhlplätze
  • Breitere Türen für schnelleren Fahrgastwechsel
  • Energiesparender Betrieb dank Alu-Bauweise statt Stahl

red, Titelfoto: Deutsche Bahn

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