Wettbewerber fürchten Nachteile beim Deutschland-Takt

Einem Medienbericht zufolge fürchten Konkurrenten der Deutschen Bahn bei der Umsetzung des geplanten Deutschland-Takts Nachteile für den Wettbewerb.


„Man muss aufpassen, dass aus dem Deutschland-Takt kein DB-Takt wird“, sagt Flixbus-Chef Fabian Stenger gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Laut dem Bericht befürchten offenbar einige Konkurrenten der Deutschen Bahn, dass es durch die Umsetzung des Deutschland-Takts noch schwerer werden könnte, Kunden alternative Angebote zu ICE und Intercity zu machen.

Ein immer engerer Takt für die Bahn und ein aufeinander abgestimmtes Netz erschwerten neuen Wettbewerbern den Zugang, wird ein nicht näher genannter Manager eines anderen Bahn-Konkurrenten zitiert. Nur durch Wettbewerb könnten die hohen Passagierziele für die Schiene und die Klimaziele für das Land wirklich erreicht werden, glaubt Stenger dem SZ-Bericht zufolge: „Eigenwirtschaftliche Bahnen im freien Wettbewerb würden massiv dazu beitragen, die Passagierzahlen im umweltfreundlichen Personenverkehr auf der Schiene zu verdoppeln und den Steuerzahler dabei nicht einmal etwas kosten.“ Wettbewerb zwinge die Bahn zudem, besser zu werden. Produktinnovationen würden ohne Konkurrenz ebenfalls der Geschichte angehören.

Der Deutschland-Takt ist ein abgestimmter, vertakteter Zugfahrplan für ganz Deutschland – von der regionalen Strecke bis hin zu den Hauptverkehrsachsen. Er integriert Nah- und Fernverkehr und wird zusammen mit den Ländern umgesetzt, die für den Nahverkehr verantwortlich sind. Nach den Plänen des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn sollen ICEs bis 2030 im ganzen Land immer zur gleichen Zeit abfahren. Zwischen den größten Städten ist ein 30-Minuten-Takt geplant. Zudem soll es mehr Verbindungen als heute geben. Zwischen anderen Zielen ist ein 60-Minuten-Takt geplant, auf Nebenstrecken mindestens ein Zugverkehr im Zwei-Stunden-Rhythmus.


red, Titelfoto: Jens Rohde / Bahnblogstelle

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