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Pünktlichkeit im DB Fernverkehr stürzt im Juni dramatisch ab

© Pixabay (Symbolbild / Archivfoto)

Die Deutsche Bahn zeigte sich in den vergangenen Monaten wiederholt zuversichtlich und erfreut, dass man die Probleme mit der schlechten Pünktlichkeit – trotz vieler Baustellen – zunehmend im Griff habe. Im Juni nahmen die Verspätungen jedoch wieder zu und ließen die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr auf unter 70 Prozent abstürzen.


Nach den zunehmend positiven Pünktlichkeitswerten der letzten Monate ist die Zahl der pünktlichen Fernverkehrszüge im Juni erneut zurückgegangen. Laut den Daten der Deutschen Bahn erreichten die ICE- und IC-/EC-Züge im vergangenen Monat eine Pünktlichkeit von nur 69,8 Prozent – im Vergleich zum Monat Mai ein Minus von 10 Prozentpunkten. Gegenüber dem Vorjahresmonat verschlechterte sich der Wert um 4,9 Prozentpunkte. Die bisherige Pünktlichkeitsquote für das laufende Jahr sank auf 77,2 Prozent, liegt aber weiterhin über der anvisierten Zielmarke für das Gesamtjahr 2019 von 76,5 Prozent.

Ebenfalls nachgelassen hat auch die Pünktlichkeit im Nahverkehr. DB Regio erzielte im Juni einen Wert von 93,2 Prozent, was im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 2,3 Prozentpunkte bedeutet. Bei der Pünktlichkeit im gesamten DB-Personenverkehr wurde ein Wert von 92,6 Prozent erreicht, im Vormonat waren es noch 94,9 Prozent.

Nach Konzernangaben waren im Juni vor allem „heftige Unwetter und ein Hitzerekord“ ursächlich für den „empfindlichen Rückgang der Pünktlichkeitswerte“. Eine Unwetterserie habe zu Monatsbeginn bereits zahlreiche Störungen bei der Infrastruktur verursacht. In der zweiten Junihälfte seien Hochwetterlagen mit extremen Temperaturen und über 50 Böschungsbrände hinzu gekommen, die zum Pünktlichkeitseinbruch beitrugen. Eine weitere Ursache, die für Verspätungen sorgte, sei die geringe Verfügbarkeit der neuen ICE 4-Züge gewesen, die aufgrund von Herstellungsmängeln weiterhin für den Betriebseinsatz fehlen. Die neuen Züge hätten seit dem 9. Juni auf zusätzlichen Strecken fahren sollen. Die fehlenden Triebzüge wurden zwar durch andere Baureihen ersetzt, was sich jedoch nach DB-Angaben auf die Flottenverfügbarkeit ausgewirkt habe.

Rückgang der Pünktlichkeit auch in Österreich

Auch die ÖBB hat mit der Pünktlichkeit zu kämpfen. Die Fernzüge der Österreichischen Bundesbahnen erzielten im Juni den zweitschlechtesten Wert des laufenden Jahres und kamen nur auf eine Pünktlichkeit von 77,0 Prozent. Im Mai lag die Pünktlichkeit hier noch bei 83,6 Prozent.


Hinweis zu den Pünktlichkeitswerten der Deutschen Bahn: Die dargestellten Prozentwerte geben den Anteil pünktlicher Halte in Bezug auf alle Unterwegs- und Endhalte wieder. Ein Halt wird bei der Deutschen Bahn als pünktlich gewertet, wenn die planmäßige Ankunftszeit um weniger als 6 Minuten überschritten wurde. Die Pünktlichkeitsstatistik bildet die mehr als 800.000 Fahrten von DB-Personenzügen eines Monats ab. Dabei fließen alle Verkehrshalte der mehr als 20.000 monatlichen Fahrten im Fernverkehr und der rund 780.000 monatlichen Fahrten im Nahverkehr – inklusive aller S-Bahnen – in die Pünktlichkeitserhebung ein.


red, Titelfoto: Pixabay (Archiv)

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