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„Wir sind noch nicht gut genug“ – DB Cargo-Chef zeigt sich unzufrieden

Pixabay

Der Güterbahnbereich der Deutschen Bahn läuft seit Jahren alles andere als optimal. In einem Interview prangert der DB Cargo-Chef jetzt die schlechte Qualität der eigenen Leistungen an. Vor allem bei der Pünktlichkeit sei das Niveau „nicht ausreichend“.


Der starke Konkurrenzkampf im Schienengüterverkehr macht der Deutschen Bahn zu schaffen. Der Marktanteil der Güterbahntochter sank zwischen 2002 und 2017 von 95 auf nur noch 53 Prozent. Zudem ging die Verkehrsleistung von DB Cargo im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um fast fünf Prozent zurück. In einem Interview mit der VerkehrsRundschau gab DB Cargo-Chef Roland Bosch kürzlich zu, unzufrieden mit der Qualität der eigenen Leistungen zu sein. „Keine Frage, wir sind noch nicht gut genug“, so Bosch. Allerdings habe er in diesem Jahr bereits eine Wende zum Besseren beobachten können. Ärgerlich sei dennoch, dass das Niveau bei der Pünktlichkeit derzeit „nicht ausreichend“ sei.

DB Cargo-Chef Roland Bosch | © DB AG

Als Maßnahme zur Verbesserung der Pünktlichkeit nannte Bosch unter anderem eine durchgehende Traktion bei internationalen Transporten. „Wir investieren daher in neue Vectron-Mehrsystemlokomotiven. 80 dieser Loks haben wir schon, 20 weitere sind unterwegs“, kündigte der DB Cargo-Chef an.

Mit dem Strategie-Papier „Starke Schiene“ hat sich die Deutsche Bahn für die kommenden Jahre vorgenommen, unter anderem die Verkehrsleistung von DB Cargo um 70 Prozent zu steigern und den Marktanteil unter den Verkehrsträgern von heute 18 auf 25 Prozent zu erhöhen. Auch wenn einige Experten diese Ziele für unrealistisch halten und als nicht erreichbar einstufen, hielt sich Bosch mit einer Bewertung zurück. „Das Ziel ist ehrgeizig, aber so müssen Ziele sein“, erklärte der DB Cargo-Chef.

Im Güterverkehr werden derzeit rund 70 Prozent der Transporte per Lkw und acht Prozent per Binnenschiff abgewickelt. Die Eisenbahn kommt unter den Verkehrsträgern auf einen Anteil von etwa 18 Prozent.


red, Titelfoto: Pixabay

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